Der Preis zum Andenken an die Schriftstellerin Astrid Lindgren geht an eine "Erneuerin" des Kinderbuches aus Belgien: Die 39-jährige Illustratorin und Autorin Kitty Crowther erhält den mit umgerechnet 515.000 Euro dotierten Lindgren-Preis 2010 aus Schweden. Wie die Jury in Vimmerby sagte, wird Crowther als "Meisterin der Linie, aber auch der Stimmung" bei der Bebilderung von Kinderbüchern ausgezeichnet.

"Crowther verwaltet, verwandelt und erneuert das Bilderbuch. In ihrer Welt steht die Tür zwischen Fantasie und Wirklichkeit weit offen", hieß es in der Begründung für den achten Lindgren-Preis weiter. Die 1970 in Brüssel geborene Preisträgerin hat einen englischen Vater und eine schwedische Mutter. Sie lebt mit ihren zwei Söhnen in der Nähe von Brüssel.

Ihre bisher 35 Buchveröffentlichungen mit eigenen Texten oder als Illustratorin sind bisher vor allem in belgischen sowie französischen Verlagen erschienen. Auf Deutsch liegen einige Bücher bei den Verlagen Sauerländer und Carlsen vor.

Die schwedische Jury entschied sich unter 176 Nominierungen aus 61 Ländern für Crowther. Über ihre eigene Arbeit sagte die Belgierin: "Wenn ich mich unbedingt mit einem Wort selbst beschreiben müsste, würde ich den Begriff Geschichtenerzählerin wählen. Ich bin immer von Erzählungen durchströmt worden, solange ich mich erinnern kann. Bücher waren meine Sicherheit und eine Blase um mich herum."

Die schwedische Jury hob als besonders wichtige Themen in Crowthers Arbeit "Familienkonflikte, das persönliche Zukurzkommen, Einsamkeit und den Tod heraus". Die Autorin und Illustratorin könne sich tief vor allem in andere einfühlen, "die es schwer haben".

Die Belgierin bekommt die Auszeichnung im Frühsommer aus der Hand der schwedischen Kronprinzessin Victoria in Stockholm überreicht. Der Preis wurde kurz nach dem Tod von Astrid Lindgren von Schwedens Regierung gestiftet. In Vimmerby war Lindgren aufgewachsen, hier liegt die literarische Mutter von Pippi Langstrumpf seit 2002 begraben. Einzige deutschsprachige Preisträgerin war bisher 2003 die Österreicherin Christine Nöstlinger.