Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2010 geht an den israelischen Schriftsteller David Grossman. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Auftakt der Buchtage Berlin bekannt.

Der 56 Jahre alte Grossman setze sich aktiv für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern ein, heißt es in der Begründung des Stiftungsrates des Preises. Seine Bücher zeigten, dass die Spirale von Gewalt, Hass und Vertreibung im Nahen Osten nur durch Zuhören, Zurückhaltung und die Kraft des Wortes beendet werden könne.

"In seinen Romanen, Essays und Erzählungen versucht er, nicht nur die eigene, sondern immer auch die Haltung der jeweils Andersdenkenden zu verstehen und zu beschreiben." Er "gibt dem schwierigen Zusammenleben eine literarische Stimme, die in der Welt gehört wird".

In seinem Hauptwerk Eine Frau flieht vor einer Nachricht zeige Grossman die Bedeutung der Sprache für die Suche nach Identität und warne vor ihrer zunehmenden Militarisierung. "So bietet er inmitten einer Realität von Willkür, Zwang und Entfremdung Auswege aus dem jetzigen Zustand der Gesellschaft, die sich zwischen Krieg und Frieden befindet."

Grossman setze sich in seinem, in mehr als 30 Sprachen übersetzten, Werk vor allem mit der Identität Israels und dem israelisch- palästinensischen Konflikt auseinander. Er beteiligt sich aber auch aktiv an der politischen Debatte um eine friedliche Lösung im Nahen Osten.

Im August 2006 forderte der 56-Jährige gemeinsam mit Abraham B. Jehoshua und Amos Oz von Israels Regierungschef Ehud Olmert ein sofortiges Ende der Kämpfe im Libanon. Wenige Tage später, am 12. August 2006, starb Grossmans zweiter Sohn Uri im Südlibanon, als sein Panzer von einer Panzerabwehrrakete getroffen wurde.

Der verheiratete zweifache Familienvater, der in einem Vorort von Jerusalem lebt, ist für sein schriftstellerisches Werk bereits mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Geschwister Scholl Preis. Der mit 25.000 Euro dotierte Friedenspreis wird traditionell am Ende der Frankfurter Buchmesse im Oktober in der Paulskirche verliehen.