Der Man-Booker-Literaturpreis bleibt auch in diesem Jahr in Großbritannien. Der Schriftsteller Howard Jacobson hat die wichtige Auszeichnung für seinen Roman The Finkler Question erhalten. Der Preis ist mit 50.000 britischen Pfund (rund 57.000 Euro) dotiert und wird jährlich vergeben. Jacobson war unter den Nominierten als Außenseiter gehandelt worden. Der 68-jährige Autor setzte sich unter anderem durch gegen den Favoriten Tom McCarthy und den zweifachen Booker-Preis-Gewinner Peter Carey.

In seiner Dankesrede scherzte Jacobson, dass er in den Entwürfen seiner Dankesreden immer ungnädiger werde. "Du fängst an, den Juroren, die Dir den Preis geben, für alle Preise Vorwürfe zu machen, die sie Dir nicht gegeben haben", sagte er. "Heute Abend vergebe ich allen, sie haben nur ihren Job gemacht."

Jacobson war bereits in den Jahren 2002 und 2006 für den Booker Prize nominiert. Wie in vielen seiner Romane beschreibt Jacobson auch in The Finkler Question einen jüdischen Charakter, den Philosophen Sam Finkler und dessen gemeinsam mit seinem Freund und seinem alten Lehrer ausgefochtenen Kampf gegen Traurigkeit und Einsamkeit. Der Verlag Bloomsbury bezeichnet den 68-jährigen Jacobson als "unseren witzigsten noch lebenden Autoren".

Die Entscheidung für Jacobson fiel nicht einstimmig: Zwei der fünf Juroren stimmten gegen ihn. Der Jury-Vorsitzende, der englische Dichter Andrew Motion, sagte, Jacobsons Buch sei "ein vollauf würdiger Gewinner dieses großartigen Preises". Es sei "natürlich sehr witzig, aber auch sehr klug, sehr traurig und sehr feinsinnig". Der Booker Prize wird einmal im Jahr an einen englischsprachigen Schriftsteller aus den Commonwealth-Ländern, Irland oder Simbabwe vergeben und gilt als eine der renommiertesten Auszeichnungen für englischsprachige Literatur. Im vergangenen Jahr hatte die britische Schriftstellerin Hilary Mantel ( Wolf Hall ) den Preis gewonnen .