Bremen (ital. Brema, franz. Brême) verdankt seinen Namen durchreisenden Spaniern, die die lange Zeit namenlose Stadt "La Suprema" tauften. Bremen gehört nicht nur zum kleinsten der deutschen Bundesländer, sondern auch zum einzigen Bundesland, das aus zwei nicht direkt miteinander verbundenen Teilen besteht (Bremen und Bremerhaven), hierin dem österreichischen Bundesland Tirol ähnlich, wie in allen anderen Dingen eigentlich auch.

Der Bremer feiert gerne (Freimarkt, Catchweltmeisterschaft, 6-Tage-Rennen) und hat den Fun Punk erfunden (Fabsi, Weser Label, Mimmi’s). Er besitzt im Durchschnitt pro Kopf zwei Fahrräder und drei Regenschirme. Das Brötchen heißt hier Brötchen, der magere Speck gestreifter Speck und der Bürgermeister Koschnick. Die Erwerbsbevölkerung arbeitet zu einem Drittel bei Daimler Benz und zu einem Drittel in der Tierfutterproduktion (Vitakraft). Der Rest bringt gerade die Flaschen zurück.

Einwohnerzahl: etwa 580.000. Der Wiener Dichter H. C. Artmann schrieb über Bremen: "In Bremen bin ich ein Regentropfen." Endemisches Essen: Bremer Pinkel, Knipp, Bremer Kluten. Die Landesflagge ist der österreichischen Flagge nachempfunden, nur mit mehr Streifen, weshalb sie auch Speckflagge genannt wird. Unter Napoleon gehörte Bremen eine Zeitlang zu Frankreich. Im deutsch-deutschen Krieg von 1866 kämpften die Bremer auf preußischer Seite, ihre Abteilung kam aber wegen einer vorgezogenen Siegesfeier nur bis Nienburg a. d. Weser.

Die Band Dimple Minds ("Blau aufm Bau") kommt nur zum Teil aus Bremen (Huchting), zum anderen Teil aus dem ganz in der Nähe gelegenen Delmenhorst. Berühmte Bremer: Claus Peymann, James Last. Berühmte Bremer, die keine sind: Bremer Stadtmusikanten, Fabsi. Berühmte Bremer, die eigentlich Grazer sind: Otto Wanz. Bekannte Bremer Lieder: "An der Nordseeküste", "Deutscher Meister wird der SVW", "Königgrätz liegt an der Weser". Partnerstädte: Amsterdam, Dublin, Las Vegas, Graz. Wappen: Schlüssel. Bundesland: Bremen.

Auszug aus Sven Regeners Meine Jahre mit Hamburg-Heiner. Erschienen bei Galiani Berlin, 2011.