Der Astrid-Lindgren-Preis 2012 geht an den niederländischen Kinderbuchautor Guus Kuijer. Die mit fünf Millionen Kronen (etwa 560.000 Euro) ausgestattete Auszeichnung wurde dem Autor in der schwedischen Stadt Vimmerby zuerkannt. Sie gilt als die weltweit höchstdotierte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur.

Der 69-jährige Kuijer war zunächst Lehrer. Mitte der siebziger Jahre begann er zu schreiben. Kuijer verfasste unter anderen Das Buch von allen Dingen und Erzähl mir von Oma . Insgesamt schrieb er mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher und wurde bereits vielfach ausgezeichnet. So bekam er in Deutschland bereits zweimal den Deutschen Jugendliteraturpreis. Bekannt wurde er vor allem mit einer Reihe von Büchern über die kleine Polleke .

Existenzielle Fragen für Kinder

Die Jury würdigte den Preisträger als Autor, der sich mit scharfem Intellekt aktuellen gesellschaftlichen Problemen und den großen existenziellen Fragen des Lebens widme. Der Jury-Vorsitzende Larry Lempert sagte: "Respekt für Kinder ist in seinen Werken ebenso offenkundig wie sein Kampf gegen Intoleranz und Unterdrückung." Seine Arbeiten zeichneten sich durch warmen, subtilen Humor und eine visionäre Fantasie aus.

Am 28. Mai soll der Preis in Stockholm überreicht werden. Insgesamt waren 184 Kandidaten aus 66 Ländern nominiert. Aus Deutschland standen acht Autoren und Illustratoren sowie die Internationale Jugendbibliothek München zur Wahl.

Der Preis wurde von der schwedischen Regierung nach dem Tod von Astrid Lindgren ins Leben gerufen. Die 2002 verstorbene Autorin von Pippi Langstrumpf und anderen weltberühmten Kinderbuchklassikern kam 1907 in der Nähe von Vimmerby zur Welt und hat hier auch ihr Grab.

Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den 1974 geborenen australischen Autor und Illustrator Shaun Tan . Zu den Preisträgern im ersten Vergabejahr 2003 gehörte die Österreicherin Christine Nöstlinger .