Der Science-Fiction-Schriftsteller Ray Bradbury ist tot. Wie seine Familie mitteilte, starb der Autor von Fahrenheit 451 und der Mars-Chroniken im Alter von 91 Jahren in Kalifornien . Mit den Mars-Chroniken aus dem Jahr 1950 gelang dem Verfasser von insgesamt mehr als 600 Kurzgeschichten und 30 Romanen der Durchbruch. Er schildert darin die Versuche von Menschen, den Planeten Mars zu kolonisieren.

Bradburys berühmtestes Werk ist der drei Jahre später veröffentlichte Roman Fahrenheit 451 , den der französische Regisseur François Truffaut 1966 verfilmte. Die Temperatur Fahrenheit 451 entspricht 232 Grad Celsius, dem Hitzegrad, bei dem Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt. In dem von Bradbury geschilderten Staatswesen verbrennt die Feuerwehr Bücher – ein Plädoyer des Autors gegen Zensur, Konformismus und Totalitarismus.

Bradbury verfasste auch Theaterstücke und Drehbücher, beispielsweise für den Film Moby Dick von John Huston aus dem Jahr 1956, aber auch für Fernsehserien wie Die Vierte Dimension oder für Episoden von Alfred Hitchcock präsentiert . Erst am vergangenen Montag war im US-Magazin New Yorker noch ein Essay Bradburys über seine Motivation, Science-Fiction-Literatur zu schreiben, erschienen.

Die "politischen Ängste einer Generation"

Der Sohn eines Technikers und einer schwedischstämmigen Mutter wurde im August 1920 im US-Bundesstaat Illinois geboren. Im Alter von 14 Jahren zog er mit seinen Eltern nach Los Angeles . Drei Jahre später erschien seine Kurzgeschichte Script in einer Science-Fiction-Zeitschrift. In einem Interview aus dem Jahr 2000 sagte Bradbury, am amüsantesten in seinem Leben sei gewesen, morgens aufzuwachen und zu seiner Schreibmaschine zu rennen, weil er immer eine neue Idee gehabt habe.

Die Los Angeles Times schrieb zu seinem Tod: "Manche sagen, er habe das Genre Science-Fiction in das Reich der Literatur erhoben". Die New York Times meinte über den "Meister der Science-Fiction", er habe die Stilrichtung zur literarischen Normalität gemacht. "Sein Name wird ganz oben auf der Liste der großen Science-Fiction-Schreiber des 20. Jahrhunderts erscheinen, zusammen mit Isaac Asimov, Arthur C. Clarke , Robert A. Heinlein und Stanislaw Lem." Laut der  britischen Zeitung Guardian hat es Bradbury geschafft, die "politischen Ängste einer Generation einzufangen".

Den begehrten Pulitzer-Preis hat Bradbury indes nie bekommen. 2007 erhielt er aber eine besondere Erwähnung von den Pulitzer-Juroren, die seine "produktive und einflussreiche Karriere" lobten. Auch für den Oscar reichte es nicht, er war für sein Moby-Dick- Drehbuch aber nominiert. Zahlreiche Preise bekam er dennoch, unter anderem den Fernsehpreis Emmy für das Drehbuch von The Halloween Tree , einem auf seinem gleichnamigen Buch basierenden Trickfilm.