Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat die sogenannte Longlist der Buchpreis-Aspiranten veröffentlicht . 20 Romane sind nominiert. "Am verblüffendsten an unserer Longlist ist wohl ihre Welthaltigkeit", sagte der Sprecher der Jury, Andreas Isenschmidt. "Kaum eine Dimension, die nicht vorkommt: die große Liebe und der avancierteste Kapitalismus, die Erfahrung des Heiligen so gut wie Schocks der Kälte und Einsamkeit."

Die sieben Jurymitglieder hatten vor der Bekanntgabe 162 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2011 und dem 12. September 2012 erschienen sind oder noch erscheinen.

Von den Titeln der Longlist benennen die Juroren in einem nächsten Schritt sechs Titel für die Shortlist, die am 12. September veröffentlicht wird. Am 8. Oktober – kurz vor Eröffnung der Frankfurter Buchmesse – wird dann der Sieger gekürt. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autoren, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der Preisträger erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten je 2.500 Euro.

Das Prozedere der Buchpreis-Kür ist schon länger umstritten, vor allem bei den Schriftstellern. Deutliche Kritik an dem "entwürdigenden Spektakel" übte vor vier Jahren Daniel Kehlmann in der FAZ . "Es ist ein offenes Geheimnis, dass Bücher, die nicht auf der sogenannten Longlist stehen, kaum noch rezensiert werden, ganz gleich, wie gut sie sind und ganz gleich von wem. Ein offenes Geheimnis ist auch, dass die Wertungen der Jury trotz unterschiedlicher Teilnehmer immer wieder nach den außerliterarischen Mechanismen eines zwar nicht korrupten, aber doch sehr verfilzten Milieus erfolgen", sagte Kehlmann.

Im vergangenen Jahr erhielt Eugen Ruge für In Zeiten des abnehmenden Lichts den Preis. Es dauerte nur wenige Tage, bis der Roman auf Platz eins sämtlicher Bestsellerlisten stand.

Seit 2005 vergibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Preis.