Der Autor und frühere FAZ-Redakteur Henning Ritter starb am Sonntag im Alter von 69 Jahren nach kurzer Krankheit, teilte die Frankfurter Allgemeine Zeitung mit. Ritter war von 1985 bis 2008 verantwortlicher Redakteur des Ressorts Geisteswissenschaften der FAZ und veröffentlichte mehrere Sachbücher.

Für seine im Herbst 2010 erschienenen Notizhefte, eine Sammlung philosophischer Gedankenskizzen, erhielt Ritter 2011 den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich Sachbuch/Essayistik. Im Jahr 2005 wurde er mit dem Friedlieb-Ferdinand-Runge-Preis und dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet.

Ritter wurde als Sohn des Philosophen Joachim Ritter 1943 in Seiffersdorf in Schlesien geboren. Er besuchte das altsprachliche Schillergymnasium in Münster, unterbrach seine Schullaufbahn aber für einen zweijährigen Aufenthalt in Istanbul. Später studierte er Philosophie, Kunstgeschichte und Klassische Philologie in Marburg, Heidelberg und Berlin. Seit Anfang der siebziger Jahre war er freiberuflich als Verlagsmitarbeiter, Übersetzer und Autor tätig.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören Der lange Schatten, Die Fassaden am East River, Nahes und fernes Unglück. Versuch über das Mitleid und Die Eroberer.