Die deutsche Sektion der Schriftsteller-Vereinigung Poets, Essayists, Novelists (Pen) fordert in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel die Freilassung der beiden noch inhaftierten Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot. Merkel solle sich beim G-20-Gipfel Anfang September bei Russlands Präsident Wladimir Putin für die Haft-Entlassung der Frauen einsetzen.

Die Lagerhaft der Pussy-Riot-Mitglieder zeige, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung in Russland "extrem bedroht" sei, heißt es in der von Pen-Präsident Josef Haslinger und Generalsekretärin Regula Venske unterzeichneten Mitteilung. Merkel solle daher darauf bestehen, dass drei kürzlich verabschiedete "anti-freiheitliche Gesetze" aufgehoben würden. Das seien die Gesetze gegen "homosexuelle Propaganda", Beleidigung religiöser Gefühle sowie Verleumdung.

Vor einem Jahr waren drei Mitglieder von Pussy Riot wegen "Rowdytums aus religiösem Hass" zu je zwei Jahren Straflager verurteilt worden. Sie hatten in der wichtigsten orthodoxen Kathedrale in Moskau gegen Putin protestiert. Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina sitzen noch in Haft, das Urteil gegen Jekaterina Samuzewitsch wurde vom Berufungsgericht in eine Bewährungsstrafe abgeändert.