Der Schweizer Schriftsteller Rolf Dobelli sieht sich Plagiatsvorwürfen ausgesetzt. Mehrere Autoren werfen ihm vor, er habe in seinen Kolumnen und Büchern Passagen von ihnen übernommen, ohne dies kenntlich zu machen.

Als erster wandte sich der Ökonom und Schriftsteller Nassim Taleb, Autor von Büchern wie The Black Swan und Antifragilität, mit den Plagiatsvorwürfen an die Öffentlichkeit. Auf seiner Homepage beschuldigt Taleb seinen langjährigen Freund Dobelli, etliche Teile aus seinen Schriften kopiert und in abgewandelter Form verwendet zu haben.

Konkret geht es dabei um Dobellis aus seiner ZEIT-Kolumne Klarer Denken hervorgegangenes Buch Die Kunst des klaren Denkens. Erst durch die Übersetzung des Buchs ins Englische – das Taleb noch vor Kurzem gemeinsam mit Dobelli in New York vorgestellt hatte – sei dieser auf die Plagiate aufmerksam geworden.

Dobelli entschuldigte sich für übernommene Passagen

Nach Talebs Vorwürfen meldeten sich auch die Autoren Christopher Chabris und Daniel Simons zu Wort. In Die Kunst des klaren Denkens habe Dobelli an fünf Stellen Passagen aus ihrem Buch Der unsichtbare Gorilla übernommen und dies nicht kenntlich gemacht.

Dobelli nimmt auf seiner Homepage ausführlich Stellung zu den Vorwürfen und entschuldigte sich für einige übernommene Passagen, die er in der Rubrik Book Corrections auflistet. Über die Anschuldigungen Talebs zeigte er sich enttäuscht: Die beiden wären lange befreundet gewesen und hätten sich immer wieder gegenseitig Manuskripte zugesandt. Taleb reklamiere nun die Urheberschaft für Jahrtausende alte Konzepte wie das Paradigma der Via Negativa.

Dobellis Verlag Hanser zieht nach Informationen des Buchreports Konsequenzen aus dem Streit: Er plant eine aktualisierte Neuauflage von Dobellis Bestsellern, in denen auf die Original-Quellen verwiesen wird.