Wir sind auf halbem Weg über das Feld, als mir klar wird, dass das Gras, das wir gerade rauchen, mit irgendwas gestreckt ist. Ich habe Schwierigkeiten, meine Beine zu bewegen. Es fühlt sich an, als würden meine Füße Wurzeln schlagen. Jeden Schritt muss ich vorher planen und mit vollem Vorsatz ausführen. Es fühlt sich an, als würde ich auf Wasserskiern durch Treibsand fahren.

Ich werfe einen Seitenblick auf Trucker, um herauszufinden, ob er unter ähnlichen Nebenwirkungen leidet, aber sowohl seine Gesichtszüge als auch seine Schritte sind entspannt und gelassen. Es könnte ein Meteorit vom Himmel stürzen und dieser Typ würde nicht mit der Wimper zucken. Ich könnte mich ihm nackt in den Weg werfen und er würde einfach über mich hinwegsteigen.

Wenn du dich mit ihm nicht gerade in einem alkoholgeschwängerten Gespräch über den aktuellen Aufenthaltsort des früheren Kinderstars Emmanuel Lewis oder über die Selbstmordneigung von Lemmingen befindest, ist es schwer, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen. Wenn du ihn dazu bringen willst, dir hinterherzugucken, und nicht zufällig die 1,60 Meter große Grufti-Kellnerin bist, die bei Denny’s in der Nachtschicht arbeitet, wünsche ich dir viel Erfolg.

Ich rede mir ein, dass die Anziehungskraft, die er auf mich ausübt, nichts mit der Tatsache zu tun hat, dass er so schwer zu beeindrucken ist; dass es eine Milliarde anderer Gründe gibt, weshalb ich mich um seine Aufmerksamkeit bemühe, und dass keiner dieser Gründe auch nur im Entferntesten mit dem Wunsch in Verbindung steht, in jenen Raum vorzudringen, den er mit seinem Steppenwolf-Gehabe und seinem gelangweilten Tonfall zu schützen versucht.

Aber wer macht hier wem etwas vor? Es liegt doch auf der Hand. Wenn einem neun von zehn Männern die Tür aufhalten, kann man nun einmal nicht anders, als sich von dem einen Arschloch, das es nicht tut, beleidigt und gleichzeitig angezogen zu fühlen.

Inmitten dieses gefrorenen Maisfeldes und des Niederschlags, der so dicht ist wie in einer Schneekugel, beginne ich ein klärendes Gespräch mit meinen Füßen. Ich bin mir sicher, wenn ich ihnen bloß den Ernst der Lage klarmachen kann – die Blizzard-ähnlichen Bedingungen, die abnehmende Sicht, Truckers langsames Voranschreiten, meine irrationale Angst, allein zurückgelassen zu werden –, dann werden sie ihren Streik beenden und wieder ihrer Aufgabe nachkommen. Aber so einfach sind sie nicht zu überzeugen. Sie wollen wissen, was für sie dabei herausspringt. "Seht mal", sage ich. "Wenn ich gehe, geht ihr auch. Wenn ihr euch weigert zu gehen, erfriere ich. Und was wird dann aus euch?" Ich drohe ihnen mehr, als dass ich sie besteche. Ich stelle weniger eine Belohnung in Aussicht, als dass ich ihnen den zeitlichen Ablauf einer Unterkühlung erkläre. ("Mit den Füßen geht es los, meine Lieben.") Das Sprichwort, dass man mit Honig mehr Bienen fängt als mit Essig, mag wahr sein, aber welcher Masochist wünscht sich bitte sehr eine Handvoll Bienen?

Das ist die Sorte von Schwachsinn, der man sich hingibt, wenn man sich Hals über Kopf in einen Drecksack verliebt hat, der anstelle eines Gehirns nur Scheiße im Kopf hat, und wenn besagter Drecksack dann auch noch verheiratet ist, mit einer regelrechten Versandhaus-Braut, die einen unaussprechlichen Namen trägt und zu Hause zwischen einem Zehn-Dollar-Heizlüfter und einem fremdsprachigen Hund auf ihn wartet und saure Sahne und Joghurt aus kleinen Plastikbehältern löffelt, während sie über Satellit portugiesische Seifenopern guckt. Man läuft um zwei Uhr morgens in Schneeschuhen durch einen verdammten Blizzard, anstatt Sex zu haben, meine ich, anstelle normaler menschlicher Interaktion.