Dieses Jahr wird Joppich noch die Fahne der Unkorrumpierbarkeit hochhalten, dann geht er in Rente. Dann kann der geborene Duisburger, der für ein paar Jahre in der Herderschen Buchhandlung in Rom gearbeitet hat, seine berserkerhafte Energie in die italienischen Abende stecken, die er jetzt schon veranstaltet. Gerade ist wieder eine neue CD erschienen: Hauptsache Rom. Eine Liebeserklärung an die Ewige Stadt.

Außerdem wird er Autoren auf Lesereise begleiten und deren Abende moderieren – was sicher großartig sein wird, abgesehen davon, dass die Autoren vermutlich etwas weniger zu Wort kommen als üblicherweise auf ihren Lesungen. Eigentlich sollte Joppich selbst einen Roman schreiben. Über den Literaturbetrieb und über die Monate, in denen Denis Scheck sein Praktikant gewesen ist. 

Sein Leben, das sich, wenn man ihm so zuhört, auch extrem lustig und chaotisch anhört, würde sicher auch ein paar Kapitel füllen. Joppich wiegt den Kopf bedächtig hin und her. So abwegig scheint er den Vorschlag nicht zu finden. Es muss allerdings auch noch Zeit bleiben, schönen Frauen die Ewige Stadt zeigen.

"Aber Kinder gibt es keine mehr", sagt er entschlossen. Davon hat Joppich nämlich schon fünf. Von fünf verschiedenen Frauen. Darüber erzählt er gern und mit Begeisterung. Die sind natürlich jetzt alle erwachsen, zum Glück. "Was das für Alimente gekostet hat, das müssen Sie sich mal vorstellen!" Joppich fasst sich an den Kopf.

Und dann erzählt er, wie der Schriftsteller Uwe Timm, den er immer "mein Freund Uwe Timm" nennt, ihm über Jahre hinweg zu Weihnachten 1.000 Mark geschenkt habe – für die ganzen Kinder. "Der Uwe wusste, dass ich das umgekehrt auch gemacht hätte. Aber der hat ja nicht so viele Kinder. Fünf!" Joppich schwenkt einmal bedauernd die leere Proseccoflasche und holt tief Luft: "Hu-!" Dann winkt er ab und lacht.