Im Streit über den Suhrkamp Verlag hat Miteigentümer Hans Barlach eine Klage gegen Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz zurückgezogen. Der Hamburger Medienunternehmer hatte der Verlegerin nachträglich verbieten lassen wollen, über ihren Insolvenzplan für das angeschlagene Unternehmen abzustimmen.  

Am Dienstag hatte das Oberlandesgericht Frankfurt deutlich gemacht, dass es Barlachs Anliegen für unbegründet halte. Indem er seine Klage selbst zurückgezogen hat, kommt er damit einer drohenden Prozessniederlage zuvor. 

Unseld-Berkéwicz hatte die Geschäftsführung 2003 übernommen. 2010 setzte sie gegen viele Widerstände den Umzug des Verlags vom Sitz in Frankfurt am Main nach Berlin durch. Barlach erwarb 2006 gegen den Willen der Mehrheitseignerin Anteile an Suhrkamp. Die beiden Gesellschafter sind seit Jahren zutiefst zerstritten. Barlach hält 39 Prozent an Suhrkamp, Unseld-Berkéwicz 61 Prozent.