Der Schweizer Schriftsteller Urs Widmer ist tot. Er sei am Mittwoch im Alter von 75 Jahren nach schwerer Krankheit in Zürich gestorben, wie der Diogenes Verlag mitteilte. Widmer zählte nach Verlagsangaben zu den bekanntesten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart und galt als "einer der vielseitigsten und erfolgreichsten Schweizer Schriftsteller der Generation nach Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch".

Sein Debüt gab der in Basel geborene Dramatiker und Hörspielautor 1968 mit der Erzählung Alois. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem die autobiografisch gefärbte Trilogie Der Geliebte der Mutter (2000), Das Buch des Vaters (2004) und Ein Leben als Zwerg (2006). Darin verknüpfte Widmer individuelle Schicksale mit der Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Einen großen Erfolg als Dramatiker erlebte er 1997 mit Top Dogs, einem Theaterstück über den Absturz von Spitzenmanagern. Zu seinem 75. Geburtstag im Mai 2013 erschienen seine Gesammelten Erzählungen. Im Herbst veröffentlichte Widmer seine Autobiografie Reise an den Rand des Universums.

Friedrich-Hölderlin-Preis

Rund drei Dutzend Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Essays und andere Werke erschienen im Diogenes Verlag. Für sein Werk wurde Urs Widmer 2007 mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Seinen Stil zeichne "der Wechsel der Töne aus: Ironie und Satire stehen neben surrealer und realistischer Präzision", urteilte die Jury damals. Zudem wurde er mit dem Schweizer Literaturpreis und dem Jakob-Wassermann-Literaturpreis der Stadt Fürth ausgezeichnet.

Zur Literatur gekommen war er im Elternhaus: Sein Vater Walter Widmer war ein angesehener Literaturkritiker und Übersetzer und unter anderem befreundet mit Heinrich Böll. 1966 promovierte Urs Widmer mit einer Arbeit über die deutsche Nachkriegsprosa.