Der Amerikaner Jaron Lanier erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels bekannt. Der 54-jährige Informatiker habe erkannt, welche Risiken die digitale Welt für die freie Lebensgestaltung eines jeden Menschen habe, heißt es in der Begründung des Stiftungsrats.

Lanier weise auf die Gefahren hin, "die unserer offenen Gesellschaft drohen, wenn ihr die Macht der Gestaltung entzogen wird und wenn Menschen, trotz eines Gewinns an Vielfalt und Freiheit, auf digitale Kategorien reduziert werden". Sein jüngstes Buch Wem gehört die Zukunft sei ein Appell, wachsam gegenüber Unfreiheit, Missbrauch und Überwachung zu sein, heißt es weiter. Der digitalen Welt müssten Strukturen vorgeben werden, um die Rechte des Individuums zu achten und die demokratische Teilhabe aller zu fördern.

Lanier, der als Erfinder des Begriffs der "virtuellen Realität" gilt, wurde 1960 in New York geboren. Er ist Computerwissenschaftler, Unternehmer und Musiker. Er lebt im kalifornischen Berkeley bei San Francisco, wo er an der University of California lehrt. Die Encyclopaedia Britannica bezeichnet ihn als einen der 300 wichtigsten Erfinder der Geschichte.

Mit der renommierten Auszeichnung werden seit 1950 Schriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland geehrt. Dem Statut zufolge geht der mit 25.000 Euro dotierte Preis an Persönlichkeiten, "die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen" haben. Er wird traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse im Oktober verliehen, dieses Jahr am 12. Oktober.

Im vergangenen Jahr ging der Preis an die weißrussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch. Auch Astrid Lindgren, Hermann Hesse, Siegfried Lenz, Mario Vargas Llosa oder Orhan Pamuk sind unter den Preisträgern.