Das Landgericht Berlin weist die Bedenken von Suhrkamp-Minderheitengesellschafter Hans Barlach zurück: Nach jahrelangem Streit hat das Gericht den Sanierungsplan für den insolventen Verlag endgültig bestätigt. Mit dem Urteil vom 20. Oktober kann der Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Barlach verliert dadurch weitreichende Mitspracherechte. Er ist mit der Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz zerstritten.

Bereits im Januar hatte ein Gericht einer solchen Umwandlung zugestimmt, auch die Gläubiger des Verlags hatten den Insolvenzplan angenommen. Doch Barlach hatte Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt.

In der Urteilsbegründung heißt es nun, die Nachteile, die eine Verzögerung des Sanierungsplans mit sich brächten, überwögen die Nachteile für Barlach. Eine weitere Beschwerde wurde nicht zugelassen.

Der Verlag geht nach Angaben einer Sprecherin davon aus, dass die wesentlichen Maßnahmen des Sanierungsplans im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen sein werden. Man treffe derzeit entsprechende Vorbereitungen, hieß es. 

Unseld-Berkéwicz will Barlach durch die Umwandlung des Verlags weitgehend entmachten. Die Verlegerin hält 61 Prozent der Anteile an Suhrkamp, der Hamburger Medienunternehmer ist mit 39 Prozent beteiligt. Unseld-Berkéwicz hatte die Geschäftsführung des Verlags 2003 übernommen, Barlach erwarb 2006 gegen ihren Willen Anteile an Suhrkamp.