Elektronische Bücher unterliegen künftig der Buchpreisbindung. Verlage werden dadurch verpflichtet, für E-Books einen verbindlichen Ladenpreis festzulegen, beschloss der Bundestag ohne Gegenstimmen. Die Linke enthielt sich. Damit gilt die Buchpreisbindung künftig für alle Buchverkäufe hierzulande und darüber hinaus auch für grenzüberschreitende Verkäufe an Letztabnehmer in Deutschland, unabhängig von Nationalität oder Niederlassungsort des jeweiligen Händlers. Die Neuregelung soll zum 1. September in Kraft treten.

Mit der Gesetzesänderung reagiert die Regierung auf den steigenden Anteil der Buchverkäufe über das Internet und die Zunahme von elektronischen Büchern. Seit Jahren wächst der Anteil an E-Books, zuletzt allerdings mit geringeren Steigerungsraten. 2014 betrug der Anteil der elektronischen Bücher am Publikumsmarkt rund 4,3 Prozent. 5,7 Prozent der Bundesbürger ab zehn Jahren und damit 3,9 Millionen Menschen kauften 2014 E-Books. 2013 waren es 3,4 Millionen.

Die Preisbindung für Bücher ist in Deutschland seit 2002 gesetzlich geregelt. In der Branche wurde die Preisbindung auch auf E-Books angewandt, bisher fehlte in dem Gesetzestext aber ein expliziter Hinweis darauf.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) nannte die Gesetzesänderung "ein klares Zukunftssignal für die Buchbranche". Die Preisbindung werde "an das veränderte Leseverhalten" angepasst. Der CDU-Abgeordnete Matthias Heider sagte: "Dieses Gesetz bringt Rechtssicherheit für die Verlage und für den Handel."