Im Skandal um die Schwedische Akademie ändert König Carl XVI. Gustaf nun die jahrhundertealten Statuten des Literaturnobelpreis-Gremiums. Die Regeln zum Austritt aus der Akademie würden ergänzt, teilte das Königshaus am Mittwoch mit. Bisher waren die Sitze in der Jury für den Literaturnobelpreis auf Lebenszeit vergeben. Ein Rücktritt war unmöglich. Obwohl mehrere Mitglieder zuletzt angekündigt hatten, aus Protest gegen den Umgang mit einem Skandal nicht mehr an Sitzungen teilzunehmen, konnten ihre Sitze demnach nicht nachbesetzt werden. Künftig sollen nun die Sitze von Mitgliedern, die zwei Jahre lang nicht aktiv mitgearbeitet haben, neu besetzt werden.

Hintergrund ist eine Affäre um Belästigung, Korruption und Verrat von Geheimnissen. Drei Mitglieder hatten ihre Arbeit niedergelegt, weil die Akademie daraus keine ausreichenden, auch personellen Konsequenzen zog. In Folge trat auch die Ständige Sekretärin Sara Danius zurück. Sie richte sich damit nach dem Willen der Akademie, erklärte sie.

Derzeit sei die Zahl der inaktiven Mitglieder so groß, "dass das ernsthaft die Fähigkeiten der Akademie gefährdet, ihre wichtigen Aufgaben zu erfüllen", erklärte das Königshaus am Mittwoch. Dadurch sei der nötige Wiederaufbau der Akademie behindert. Nur der König kann die Statuten der Akademie ändern.