Der US-Schriftsteller Philip Roth ist tot. Nach Angaben seines Literaturagenten Andrew Wylie starb er im Alter von 85 Jahren an Herzversagen in einem New Yorker Krankenhaus.

Roth galt als einer der bedeutendsten Schriftsteller seiner Generation, der 1969 mit seinem Roman Portnoys Beschwerden erstmals einem größeren Publikum bekannt wurde. Seitdem verfasste er mehr als 25 Werke, von denen viele ausgezeichnet wurden. Für seinen Roman American Pastoral (Amerikanisches Idyll) erhielt er 1998 den renommierten Pulitzer-Preis. Immer wieder wurde er auch als Literaturnobelpreisträger gehandelt.

Über viele Jahre und Romane hinweg spielte der fiktive jüdische Autor Nathan Zuckerman eine tragende Rolle in Roths Lebenswerk und galt als dessen Alter Ego. "Nein, die eigene Geschichte ist keine abzulegende Haut – sie ist unausweichlich, Körper und Blut", heißt es in dem Roman Die Prager Orgie, der den Abschluss einer ganzen Trilogie um Zuckerman bildet. Mit seinen beiden Romanen Der menschliche Makel (2000) und Exit Ghost (2007) schloss er die Reihe dann ab.

2012 kündigte er dann seinen Ruhestand an. In einem Interview mit der New York Times berichtet er von einem kleinen gelben Zettel, der fortan auf seinem Computer kleben soll: "Der Kampf mit dem Schreiben ist vorbei", hatte er demnach darauf geschrieben. In der Folge äußerte sich Roth auch nur noch selten öffentlich und spendete seine rund 4.000 privaten Bücher an die Bibliothek in Newark im US-Bundesstaat New Jersey.

Dort war der Nachfahre jüdischer Einwanderer 1933 geboren worden und wuchs in einfachsten Verhältnissen auf. Später lebte er in New York und Connecticut. Lange Jahre litt er unter Depressionen; Roth war zweimal geschieden. Schreiben, sagte er einst, sei die Erzählung des Lebens "in seiner ganzen schamlosen Unreinheit".