Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, eine renommierte Kulturauszeichnungen in Deutschland, geht in diesem Jahr an ein Ehepaar: Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann erhalten gemeinsam die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung. 

Der Stiftungsrat, der jährlich die Preisträger bestimmt, begründete seine Entscheidung damit, dass sich das Ehepaar Assmann "in seiner Arbeit seit Jahrzehnten wechselseitig inspiriert und ergänzt". 

Die 71-jährige Aleida Assmann greife in ihrer wissenschaftlichen Arbeit "die immer wieder neu virulenten Themen von Geschichtsvergessenheit und Erinnerungskultur auf." Nach Ansicht des Stiftungsrats leistet sie "in hohem Maße Aufklärung zu Fragen eines kulturellen Gedächtnisses einer Nation". Ihr Werk zeige, dass ein offener und ehrlicher Umgang mit der Vergangenheit grundlegende Bedingung für ein friedliches Miteinander sei. Der 79-jährige Jan Assmann, der als Ägyptologe und Kulturwissenschaftler forscht, habe durch seine Arbeit "internationale Debatten um Grundfragen zu den kulturellen und religiösen Konflikten unserer Zeit angestoßen". Er leiste "einen unverzichtbaren Beitrag zum Verständnis der Friedensbereitschaft und Friedensfähigkeit der Religionen in der Weltgesellschaft von heute". Das "zweistimmige Werk" des Ehepaars sei für die zeitgenössische Debattenkultur von großer Bedeutung.

Die Stiftung, die den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht, dient dem eigenen Statut zufolge "dem Frieden, der Menschlichkeit und der Verständigung der Völker". Mit dem Preis ausgezeichnet wird "eine Persönlichkeit, die in hervorragendem Maße vornehmlich durch ihre Tätigkeit auf den Gebieten der Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat."

Im vergangenen Jahr war die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden. 2016 hatte die Publizistin Carolin Emcke den Preis erhalten.

Verliehen wird die Auszeichnung erst im Oktober. Traditionell findet die Ehrung zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche statt, in der 1848 die Nationalversammlung getagt hatte.