Die besten Bücher für jedes Gepäck

Ein Buch, wenn die Wellen rauschen


Jaron Lanier: Zehn Gründe, warum du deine Social-Media-Accounts sofort löschen musst

Was wäre geeigneter als ein Strandurlaub, um sich für eine Weile von Facebook und Twitter zu verabschieden? Warum es nicht nur der geistigen Gesundheit, sondern auch der Demokratie zuträglich ist, dem inneren Troll eine Auszeit zu gönnen – das erklärt der Internetpionier in seiner neuen Streitschrift. (Anja Kümmel)


Mirko Bonné: Lichter als der Tag

Ein Roman über den Versuch, dem Elend unerfüllter Liebeswünsche zu entkommen. Der Held ist fasziniert von einem Bild des Malers Camille Corot. Auf seinen Spuren reist er zum Schauplatz des Bildes und träumt dort zwischen Pappeln und Robinien von der Überschreitung der Grenze zwischen Kunst und Leben. (Michael Braun)


Mercedes Lauenstein: Blanca

Ein Sommer ohne Aufbruch ist wie ein Herbst ohne Laubbläser: stimmungsmäßig undenkbar. Lauensteins Buch leistet Abhilfe: Die 15-jährige Blanca reißt von zu Hause aus und fährt dorthin, wo deutsche Figuren in solchen Fällen nun einmal hinfahren, nach Italien. Ein Schmöker, gewiss, aber einer der seltenen Sorte. (Samuel Hamen)


Stephen King: Christine

Ja, mit Sicherheit hat Stephen King virtuosere Romane geschrieben. Aber auch dieser frühe Roman aus dem Jahr 1983, in dem der Außenseiter Arnie Cunningham in den Bann eines dämonischen Plymouth Fury gerät, entfaltet eine Atmosphäre des Umklammernden, Saugenden. Es ist gar nicht so leicht, Christine zu entkommen, wenn man erst einmal darin sitzt. (Christoph Schröder)


Fernando Aramburu: Patria

In einem baskischen Dorf steckt plötzlich die ganze Welt: Fernando Aramburu erzählt von Spanien zu Zeiten des Eta-Terrors, von rivalisierenden Familien, ihren tragischen Brüchen, der Komplexität von Schuld und Trauer. Ein wirklich umwerfend geschriebenes, klares Buch, das man dringend dosieren muss, damit man es nicht am ersten Tag schon durchgelesen hat. (David Hugendick)


William Finnegan: Barbarentage

Selbst wenn man sich nie auf ein solches Brett wagen würde: Mit Finnegan kann man sich dem Rausch des Surfens hingeben, als wäre es der eigene. Und wenn man zu der Lektüre auch noch die Aussicht aufs Meer hat, soll erst einmal jemand sagen, was noch schöner sein könnte. (Wiebke Porombka)


Anja Kampmann: Wie hoch die Wasser steigen

Grandios, wie diese Autorin das Lebensgefühl der unmittelbaren Gegenwart beschreibt und dabei über überraschende und vielfältige Mittel aus der gesamten Literaturgeschichte verfügt. Es geht um die Arbeitswelt moderner Arbeitssklaven auf Ölbohrplattformen mitten im Meer, aber auch um die zeitlose Verlorenheit und Selbstsuche von Außenseiterfiguren – in einer poetischen, aktuellen, rätselhaften und suggestiven Sprache. (Helmut Böttiger)


Waguih Ghali: Snooker in Kairo

Damit man am Strand nicht aus dem Takt kommt: In diesem Roman geht's auch um Räusche und Ernüchterung. Im weiteren Sinne. (Insa Wilke)


Jean-Christophe Bailly: Fremd gewordenes Land. Streifzüge durch Frankreich

Der Autor Jean-Christophe Bailly reiste zwischen 2008 und 2010 durch Frankreich, suchte Städte und Stätten auf, die in ihren tieferen Schichten etwas verraten sollten über ein "fremd gewordenes Land". Er begeht Nebenwege und entdeckt Abgelegenes, blickt als Historiker und Archäologe, Kunstkenner und Zeichenleser, Ethnograf und Kritiker auf bedeutsame Orte und vergessene Käffer. (Ulrich Rüdenauer)


Anna Lowenhaupt Tsing: Der Pilz am Ende der Welt

Ein Buch über alles: den Kapitalismus, die Ruinen, die er hinterlässt, das prekäre Leben in ihm. Klingt kompliziert und groß, ist aber einfach zu lesen, weil die Autorin den perfekten Gegenstand gefunden hat, um den Zustand der Erde zu veranschaulichen: den fragilen, extrem wertvollen Pilz Matsutake. (Tobias Haberkorn)


Zadie Smith: Feel Free

Wer sich bisher ein bisschen vor Zadie Smith gefürchtet hat, weil die meisten ihrer Romane so überklug erscheinen, sollte mit ihrem neuen Essayband anfangen. Erstens ist der Titel ein Topmotto für den Sommer. Zweitens lernt man sehr viel über die gegenwärtige human condition, ohne den Kopf furchtbar anstrengen zu müssen. (Carolin Würfel)