Ein Buch, mit dem Sie Ihre Kinder beschäftigen können


Ella Blix: Der Schein

Wie die meisten guten All-Age-Romane hat auch dieses Buch geheime Türen, die von oberflächlicher Spannung in psychische Abgründe führen. So kann der Mysterythriller rund um eine Außenseiterclique an der Ostsee prima durch die gesamte Familie gereicht werden. Allerdings traut sich danach möglicherweise niemand mehr ins Wasser. (Anja Kümmel)


Hugo Ball: Zinnoberzack, Zeter und Mordio

Mit nur einem Dutzend Lautgedichten hat Hugo Ball, der Erfinder des Dadaismus, vor etwas mehr als 100 Jahren die europäische Sprachordnung aus den Angeln gehoben. Das Abenteuer Sprachspiel fasziniert immer noch: "Gadji beri bimba glandridi laula lonni cadori …" (Michael Braun)


Mirjam Pressler: Ich bin's, Kitty. Aus dem Leben einer Katze

Einem Buch für Kinder ein Zitat des Philosophen Søren Kierkegaard voranzustellen, ist gewagt. In Presslers Roman geht diese tuschartige Eröffnung auf. Der Geschichte um eine Katze gelingt es, das unbekümmerte kindliche Hineinwagen in die Welt sprachlich einzufangen und zugleich Themen wie Familienbande und Solidarität ohne pädagogischen Drall einzubinden. (Samuel Hamen) 

 

Kathrin Schärer: Der Tod auf dem Apfelbaum

Der schlaue Fuchs versucht, dem Tod ein Schnippchen zu schlagen, indem er ihn auf einem verhexten Apfelbaum festsetzt. Doch der Tod ist im Zweifelsfall immer derjenige, der das letzte Wort hat. Diese Einsicht in das Unvermeidliche transportiert Kathrin Schärer in ihrem wunderbar gezeichneten Buch auf einfühlsame Art und Weise. (Christoph Schröder)


Robert Gernhardt: Später Spagat

Was Sprachwitz ist, können Kinder nicht früh genug lernen. Auch wenn sie vielleicht noch nicht jede Pointe verstehen, sollte man ihnen den poetischen Sprach- und Gedankenturnvirtuosen Gernhardt unbedingt zeitig an die Hand geben, nicht nur zur Beschäftigung, sondern als langwieriges Heilmittel gegen jede Form der Stumpfsinnigkeit. (Wiebke Porombka)


Wolfdietrich Schnurre: Als Vaters Bart noch rot war

Das schönste Buch, das es für Jugendliche und Heranwachsende gibt: Erzählungen über Kindheit und Familie, über Sehnsucht nach Geborgenheit und die gesellschaftlichen Zwänge, die dem im Weg stehen, über die zentralen Dinge und Gefühle des Lebens. Wie nebenbei wird klar, wie wichtig es ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und welche Sprache dazugehört. (Helmut Böttiger) 


Hans Limmer, Lennart Osbeck: Mein Esel Benjamin

Für die ganz Kleinen klassisch: Mein Esel Benjamin. Diese Kieselsteinböden! Für mich als Kind eine Sensation. Für die etwas Älteren: Beginnend mit Märchenmond die Bücher von Wolfgang und Heike Hohlbein. Dann hat man Ruhe. (Insa Wilke)


Andreas H. Schmachtl: Snöfrid aus dem Wiesental. Das wahrlich große Geheimnis von Appelgarden

Die ersten Snöfrid-Bände waren großartige Vorlesebücher über ein eigentlich gemächliches biberartiges Wesen, das wider Willen fantastische Abenteuer erlebt, entführte Prinzessinnen retten muss und allerlei Gefahren meistert. Nun gibt es erstmals einen reichlich illustrierten Band für Kinder zum Selberlesen. (Ulrich Rüdenauer)


Friedrich von Borries und Laleh Torabi: Die Freiheit der Krokodile

Krokodile unter meinem Bett, Monster, die mir den Fußzeh abbeißen wollen. Wer hat sich das nicht schon vorgestellt? Diese kleine Parabel über die Angst und die Freiheit kann man seinen Kindern vorlesen oder sie die Schwarz-Weiß-Illustrationen darin ausmalen lassen. Selbst ausmalen geht natürlich auch. (Tobias Haberkorn)


Saralisa Volm und Gregor Hinz: Puff! Platsch! Peng! Mit 52 Experimenten durch das Jahr

Mit Essen spielt es sich bekanntlich am besten. Und Melonen sind sowieso der beste Snack an heißen Nachmittagen. Statt sie langweilig aufzuschneiden, könnten die Kinderchen eine Menge Gummibänder um die Frucht wickeln und dann dabei zusehen, wie sie erst kräftig zischt und dann zerplatzt. Mehr Experimente dieser Art findet man in dem genialen Buch. (Carolin Würfel)