Die Jury für den diesjährigen Deutschen Buchpreis hat ihre Vorauswahl, die sogenannte Longlist, bekannt gegeben. Unter den Nominierten befindet sich unter anderem der Autor Maxim Biller mit seinem autobiografischen Roman Sechs Koffer, in dem er unter "schrecklichen Kopfschmerzen" den Tod seines Großvaters Schmil Grigorewitsch verarbeitet. Biller war bis Anfang 2017 Mitglied des Literarischen Quartetts.  

Helene Hegemanns nominierter Roman Bungalow wird am 20. August erscheinen und erzählt von "der radikalen Selbstfindung eines jungen Mädchens in einer zunehmend apokalyptischen Welt". Zuletzt wurde Hegemann für ihren Film Axolotl Overkill, der auf ihrem Roman Axolotl Roadkill aus dem Jahr 2010 basiert, auf dem renommierten Sundance-Filmfestival in den USA ausgezeichnet.

Unter den Autoren auf der Longlist steht auch Matthias Senkel, der sich in seinem Roman Dunkle Zahlen als "bloßer Übersetzer eines angeblich maschinell generierten Erzähltextes" inszeniert. Dabei sei Senkel ein "sprachgewaltiger, historisch informierter und mit allen möglichen literarischen Genreklischees souverän jonglierender Erzähler" schrieb Ronald Düker in der ZEIT.

Die nominierten Romane in alphabetischer Reihenfolge:

  • Carmen-Francesca Banciu: Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten! (PalmArtPress, März 2018)
  • María Cecilia Barbetta: Nachtleuchten (S. Fischer, August 2018)
  • Maxim Biller: Sechs Koffer (Kiepenheuer & Witsch, September 2018)
  • Susanne Fritz: Wie kommt der Krieg ins Kind (Wallstein, März 2018)
  • Arno Geiger: Unter der Drachenwand (Carl Hanser, Januar 2018)
  • Nino Haratischwili: Die Katze und der General (Frankfurter Verlagsanstalt, August 2018)
  • Franziska Hauser: Die Gewitterschwimmerin (Eichborn, Februar 2018)
  • Helene Hegemann: Bungalow (Hanser Berlin, August 2018)
  • Anja Kampmann: Wie hoch die Wasser steigen (Carl Hanser, Januar 2018)
  • Angelika Klüssendorf: Jahre später (Kiepenheuer & Witsch, Januar 2018)
  • Gert Loschütz: Ein schönes Paar (Schöffling & Co., Februar 2018)
  • Inger-Maria Mahlke: Archipel (Rowohlt, August 2018)
  • Gianna Molinari: Hier ist noch alles möglich (Aufbau, Juli 2018)
  • Adolf Muschg: Heimkehr nach Fukushima (C.H.Beck, Juli 2018)
  • Eckhart Nickel: Hysteria (Piper, September 2018)
  • Josef Oberhollenzer: Sültzrather (Folio, März 2018)
  • Susanne Röckel: Der Vogelgott (Jung und Jung, Februar 2018)
  • Matthias Senkel: Dunkle Zahlen (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2018)
  • Stephan Thome: Gott der Barbaren (Suhrkamp, September 2018)
  • Christina Viragh: Eine dieser Nächte (Dörlemann, Februar 2018)

Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben, der damit zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den selbsterklärten deutschsprachigen Roman des Jahres auszeichnet.

Verlage aus Deutschland, Österreich und der Schweiz konnten sich jeweils mit bis zu zwei Titeln bewerben, die zwischen Oktober 2017 und September 2018 erschienen sind. Für den aktuellen Jahrgang reichten 105 Verlage 165 Titel ein.

Preisträger der vergangenen Jahre waren Robert Menasse für Die Hauptstadt (2017), Bodo Kirchhoff für Widerfahrnis und Frank Witzel für Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969.

Der Jury aus sieben Mitgliedern gehören dieses Jahr unter anderem die Fernsehjournalistin Luzia Braun sowie die Verlegerin Tanja Graf an. Die Shortlist mit den sechs Finalistinnen und Finalisten wird am 11. September bekannt gegeben. Die Preisverleihung findet am 8. Oktober in Frankfurt statt.