Der britische Man-Booker-Preis geht in diesem Jahr an Anna Burns. Die nordirische Schriftstellerin erhielt den Preis für ihren Roman Milkman. In dem Buch geht es um ein 18-jähriges Mädchen im Nordirland des Bürgerkriegs und ihre Erfahrungen mit sexueller Nötigung, konfessionellen Konflikten und sozialen Zwängen.

Burns habe die Stimme der "lustigen, widerstandsfähigen, scharfsinnigen, offenen Ich-Erzählerin" ausgeprägt und überzeugend umgesetzt, begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Schriftstellerin selbst zeigte sich überrascht von der Auszeichnung. In einer kurzen Ansprache dankte die 56-jährige Autorin ihren Agenten, Verlegern und Freunden. Die Auszeichnung wurde von Herzogin Camilla, der Frau des britischen Thronfolgers Prinz Charles, überreicht.

Der Man-Booker-Preis ist der wichtigste britische Literaturpreis. Er ist mit umgerechnet rund 57.000 Euro dotiert und wird seit 1969 jährlich verliehen. Die Auszeichnung würdigt Autoren, die auf Englisch schreiben und deren Werke in Großbritannien erscheinen. Ursprünglich war der Preis nur für Autoren aus den Commonwealth-Staaten bestimmt und öffnete sich erst 2014 für andere englischsprachige Länder.

Im vergangenen Jahr gewann der US-Schriftsteller George Saunders. Er erhielt die Auszeichnung für seinen Debütroman Lincoln in the Bardo. Zu den früheren Gewinnern gehören etwa Margaret Atwood und Salman Rushdie.