Der israelische Schriftsteller Amos Oz ist tot. Er starb an diesem Freitag im Alter von 79 Jahren in Jerusalem, wie seine Tochter Fania Oz-Salzberger auf Twitter mitteilte. Ein halbes Jahr vor seinem 80. Geburtstag erlag er einem Krebsleiden. Der Schriftsteller, Journalist und Mitbegründer der politischen Bewegung "Peace Now" wurde am 4. Mai 1939 in Jerusalem geboren. Er studierte Literatur und Philosophie an der Hebräischen Universität.

Für seine Romane, Erzählungen, Essays und Kinderbücher wurde er vielfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er den kirchlichen "Mount Zion Award" für seinen Roman Judas. Er hasse die Geschichte von Judas und von den umgerechnet 600 Euro Bestechungsgeld für einen verräterischen Kuss, der für 2.000 Jahre Hass und Verfolgung über das jüdische Volk bringen sollte, sagte Oz in seiner Dankesrede bei der Preisverleihung im Oktober 2017 in der Jerusalemer Dormitio-Abtei.

In einem Interview mit der ZEIT sagte er 2015 über seine Arbeit: "Ich werde oft von meinen Figuren überrascht. Manchmal so heftig, dass ich fast von diesem Stuhl hier falle." Er selbst, sagte Oz, sei gar nicht so wichtig. "Heute bin ich noch da, morgen werde ich weg sein. Das ist nur noch eine Frage von ein paar Jahren. Aber meine Figuren werden hoffentlich ein wenig länger hierbleiben." 

Im Februar dieses Jahres beschrieb er in der ZEIT, wie er als Jugendlicher seine Faszination für Jesus entdeckte.

Von 1987 bis 2005 war er Professor für hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität. 1993 erhielt er dort den Agnon-Lehrstuhl für moderne hebräische Literatur.