Der Zeichner und Lyriker F.W. Bernstein ist tot. Der Künstler, der eigentlich Fritz Weigle hieß, starb am Donnerstag nach langer Krankheit. Das teilte das Caricatura Museum für Komische Kunst Frankfurt mit. Bernstein wurde 80 Jahre alt.

Bekannt wurde Bernstein, der 1938 im schwäbischen Göppingen zur Welt kam, vor allem durch seine Arbeit für das Satiremagazin Pardon und später in der Redaktion der Titanic. Gemeinsam mit Robert Gernhardt, Chlodwig Poth, Hans Traxler, F.K. Waechter, Pit Knorr, Eckhard Henscheid und Bernd Eilert gründete Bernstein die satirische Gruppe Neue Frankfurter Schule, die mit anarchischem Sprachwitz und Nonsenskomik arbeitete. Die Titanic wurde zum Publikationsorgan der Gruppierung.

Von 1984 bis zu seiner Pensionierung 1999 hatte Bernstein die bundesweit erste und einzige Professur für Karikatur und Bildgeschichte an der Hochschule der Künste in Berlin inne. Er veröffentlichte eine Vielzahl von Gedichtbänden und Cartoonbüchern und setzte sich für die Gründung des Caricatura Museums in Frankfurt am Main ein. Mehr als 3.000 seiner Zeichnungen sind dort zu sehen.

Große Berühmtheit erlangte auch Bernsteins Zweizeiler "Die schärfsten Kritiker der Elche / Waren früher selber welche". Dieser Reim wurde das Motto der Neuen Frankfurter Schule und wirkte später namensstiftend für den Satirepreis "Göttinger Elch", mit dem Bernstein 2003 ausgezeichnet wurde. 2011 erhielt er den Deutschen Karikaturenpreis für sein Lebenswerk.