Feridun Zaimoglu ist für seinen neuen Roman Die Geschichte der Frau für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert worden. Er finde die hinter den Stimmen der Männer verborgenen Frauen, sei "sprach- und bildmächtig und zugleich voll zarter Empathie", begründete die Jury ihre Wahl. Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung.

Neben Zaimoglu kam in der Kategorie Belletristik Jaroslav Rudiš für sein Buch Winterbergs letzte Reise in die Vorauswahl für den renommierten Preis. Rudiš, der aus dem Messegastland Tschechien stammt, erzählt vom Eisenbahnroadtrip eines Altenpflegers und eines uralten Sudetendeutschen durch Ostmitteleuropa. Die Jury nominierte außerdem Anke Stellings Gesellschaftsporträt Schäfchen im Trockenen, Matthias Nawrats Der traurige Gast und das Romandebüt Babel von Kenah Cusanit. Die Altorientalistin beschreibt darin die Geschichte des Archäologen Robert Koldewey, der im Jahr 1913 bei Bagdad die Ausgrabungen des alten Babylons leitete.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik wurden Frank Biess (Republik der Angst. Eine andere Geschichte der Bundesrepublik), Harald Jähner (Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945–1955), Marko Martin (Das Haus in Habana. Ein Rapport), Lothar Müller (Freuds Dinge. Der Diwan, die Apollokerzen & die Seele im technischen Zeitalter) und Kia Vahland für ihre Künstlerbiografie Leonardo da Vinci und die Frauen nominiert.

Nominierte in der Kategorie Übersetzung sind Georg Aescht (Liviu Rebreanu: Der Wald der Gehenkten), Susanne Lange (Aura Xilonen: Gringo Champ), Timea Tankó (György Dragomán: Löwenchor), Karin Uttendörfer (Jean-Baptiste Del Amo: Tierreich) und Eva Ruth Wemme (Gabriela Adameșteanu: Verlorener Morgen).

Der Preis wird am 21. März vergeben, dem Eröffnungstag der Leipziger Buchmesse.