Die Schriftstellerin Jokha Alharthi hat als erste arabischsprachige Autorin den Man Booker International Prize gewonnen. Sie erhielt den hochdotierten Literaturpreis für den Roman Celestial Bodies, übersetzt aus dem Arabischen von Marilyn Booth. Es ist der erste Roman einer Autorin aus dem Oman, der ins Englische übersetzt wurde. Alharthi wurde im Oman geboren, hat ihren Doktortitel in Arabischer Literatur aber an der Edinburgh University erworben.

In dem Buch geht es um die Erinnerungen dreier betagter omanischer Schwestern an Familienbande und Schicksale, verknüpft mit der postkolonialen Geschichte des Landes im Süden der arabischen Halbinsel. Alharthis "kunstvolles" Werk greife "tiefgreifende Fragen von Zeit und Sterblichkeit sowie verstörende Aspekte unserer gemeinsamen Geschichte" auf, heißt es in der Mitteilung der Jury. "Ein Buch, das Kopf und Herz gleichermaßen gewinnt und es wert ist, darüber zu verweilen."

Der internationale Man-Booker-Preis ist mit 50.000 Britischen Pfund (57.000 Euro) dotiert. Ausgezeichnet werden die englischen Übersetzungen fiktionaler Romane aus aller Welt. Deshalb haben Romanautorin und Übersetzerin jeweils die Hälfte des Preisgeldes erhalten. Historikerin und Jury-Vorsitzende Bettany Hughes überreichte den Preis während eines Galadinners.

Mit dem bekannteren Man-Booker-Preis werden englischsprachige Romane ausgezeichnet. Der internationale Preis soll hingegen fremdsprachige Werke würdigen, die ins Englische übersetzt wurden. Neben Celestial Bodies waren fünf weitere Romane aus Europa und Südamerika auf der Shortlist, unter anderem auch ein Buch der polnischen Vorjahresgewinnerin Olga Tokarczuk. Die deutsche Autorin Marion Poschmann war ebenfalls für ihren Roman Kieferninseln nominiert.