Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hat den Schweizer Autoren Lukas Bärfuss mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 geehrt. Die Jury begründet ihre Entscheidung mit seiner "distinkten und dennoch rätselhaften Bildersprache, karg, klar und trennscharf". Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkundeten seine Werke neu und anders existenzielle Grundsituationen des modernen Lebens. Es seien Qualitäten, die zugleich Bärfuss' Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleite.

Die Ehrung mit dem Georg-Büchner-Preis 2019 kam für Bärfuss überraschend. "Damit kann man doch nicht rechnen. Das ist der Engelskuss, der einen da trifft", sagte der 47-Jährige nach der Entscheidung der Akademie. "Ich hab mich über jeden Preis gefreut und jeder Künstler und Schriftsteller braucht Anerkennung." Der Georg-Büchner-Preis stehe aber einfach für sich alleine. "In dieser Reihe zu stehen, ist absolut bewegend und berührt mich sehr."

Bärfuss, geboren 1971 in Thun, ist Dramatiker, Erzähler und Essayist und lebt in Zürich. Als Erzähler debütierte er 2002 mit der Novelle Die toten Männer. Sein erster Roman Hundert Tage über den Völkermord in Ruanda erschien 2008. Weitere bekannte Werke des vielfach ausgezeichneten Autoren sind Koala über den Suizid seines Bruders sowie das Bühnenstück Die sexuellen Neurosen unserer Eltern.

In der Tradition von Max Frisch und Günter Grass

Der mit 50.000 Euro dotierte Georg-Büchner-Preis gilt als wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung vergibt sie seit 1951 an Schriftsteller und Schriftstellerinnen, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger und Preisträgerinnen müssen "durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten" und "an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben", heißt es in der Satzung.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören Max Frisch (1958) und Günter Grass (1965) sowie zuletzt Jürgen Becker (2014), Rainald Goetz (2015), Marcel Beyer (2016) und Jan Wagner (2017). Im vergangenen Jahr wurde die Schriftstellerin Terézia Mora ausgezeichnet. Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner (Woyzeck). Die Auszeichnung wird am 2. November während der Herbsttagung der Deutschen Akademie in Darmstadt verliehen.