Der italienische Bestsellerautor Andrea Camilleri ist tot. Der 93-Jährige starb am Mittwoch im Krankenhaus in Rom, wie die Gesundheitsbehörde der Stadt mitteilte. Camilleri ist vor allem für die Krimis mit dem Kommissar Salvo Montalbano bekannt. Der Sizilianer war Mitte Juni in kritischem Zustand mit Kreislauf- und Atemstillstand ins Krankenhaus gekommen.

Camilleri gilt als kritische Stimme des Landes und warf in seinen Geschichten auch immer wieder ein Schlaglicht auf heikle Themen wie Korruption oder das organisierte Verbrechen. Unlängst erst hatte er über Italiens Innenminister Matteo Salvini gesagt, diesen mit einem Rosenkranz in der Hand zu sehen, rufe Brechreiz in ihm hervor.

Camilleri hat mehr als 100 Bücher geschrieben, schaffte den Durchbruch aber erst mit fast 70 Jahren mit seinen "Montalbano"-Krimis. Die Bücher wurden 1994 zuerst in Italien veröffentlicht und dann in 30 Sprachen übersetzt. Camilleri wurde international bekannt. Aus den Krimis entstand eine erfolgreiche TV-Serie des italienischen Senders Rai. Der 27. Band der Serie war in diesem Mai erschienen, obwohl Camilleri mittlerweile erblindet war.

Vor seinem Durchbruch mit den Krimis hatte Camilleri vor allem als Regisseur, Drehbuchautor und Professor gearbeitet. Sein erster Roman, den er 1978 geschrieben hatte, hatte keinen Verlag gefunden. Auch mit seinen späteren historischen Romanen war er zunächst wenig erfolgreich.

Nach dem Tod des Autors wird nun auch seine Hauptfigur, Kommissar Montalbano, in einem letzten Werk verschwinden. Camilleri hatte verfügt, dass das fertige Manuskript erst nach seinem Tod veröffentlicht werden dürfe. Der Kommissar solle aber nicht sterben sondern einfach gehen, hatte der Italiener bereits früher verraten.

Die Krimis spielen in Camilleris Heimat Sizilien, auch den sizilianischen Dialekt verwendete er in ihnen häufig. Er selbst lebte allerdings seit 1949 in Rom.