Der wichtigste französische Literaturpreis Prix Goncourt geht in diesem Jahr an den Autor Jean-Paul Dubois. Wie die Jury in Paris bekannt gab, wird der 69 Jahre alte Schriftsteller für sein Werk Tous les hommes n'habitent pas le monde de la même façon (etwa: Nicht alle Menschen bewohnen die Welt auf dieselbe Weise) ausgezeichnet. Er konnte sich demnach im zweiten Wahlgang gegen die belgische Bestsellerautorin Amélie Nothomb durchsetzen. Diese war für ihren Roman Soif (Durst) über das Leben von Jesus Christus nominiert worden.

Dubois’ Buch handelt von Paul Hansen, der in Kanada in einem Gefängnis sitzt. In seiner Zelle lässt er sein Leben Revue passieren. Erst am Schluss des von Erinnerungen geprägten Buchs erfährt der Leser den Grund für die Haftstrafe. Dubois hat Soziologie studiert und war früher Journalist.

Wären die Romane von Dubois aus dem Englischen übersetzt, hätte er einen Status, der mit dem von John Irving oder William Boyd vergleichbar wäre, sagte der Präsident der Jury der Académie Goncourt, Bernard Pivot.

Sylvain Tesson erhält Prix Renaudot

Der Prix Goncourt ist mit symbolischen zehn Euro dotiert und wird seit 1903 vergeben. Die Auszeichnung kurbelt vor allem die Verkaufszahlen an. Sie wird von einer Jury mit zehn Mitgliedern vergeben.

Dubois hat mehr als 20 Bücher veröffentlicht. Auf Deutsch erschienen sind unter anderem Der Fall Sneijder, Heute wird das nix! Mein Jahr mit Handwerkern und Ein französisches Leben. Letzteres wurde 2004 mit dem französischen Literaturpreis Femina ausgezeichnet.

Gleichzeitig mit dem Prix Goncourt wurde auch der Prix Renaudot vergeben. Dieser ging an Sylvain Tesson für La panthère des neiges (etwa: Der Schneepanther). Das Buch des 47 Jahre alten Schriftstellers handelt von einer einzigartigen Begegnung, in deren Mittelpunkt ein Schneepanther steht.