Der mehrfach ausgezeichnete Schriftsteller Josef Reding ist im Alter von 90 Jahren in Dortmund gestorben. Das berichteten lokale Medien am Wochenende unter Berufung auf Redings Familie und Kollegen. Der Literat gilt als einer der bekanntesten Autoren der Nachkriegszeit. In seinen Kurzgeschichten setzte er sich mit sozialen Problemen, Gewalt, Rassismus und Völkerverständigung auseinander.

Die aus der amerikanischen Literatur stammenden Tradition der Short Story hat Redings literarisches Schaffen maßgeblich beeinflusst. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte der in Castrop-Rauxel geborene Autor Germanistik, Psychologie, Kunstgeschichte und Anglistik zunächst in Münster und später in den USA. Dort engagierte Reding sich auch in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Die Beobachtung von Rassismus und Diskriminierung von People of Color verarbeitete er in seinem 1957 erschienen Geschichtenband Nennt mich nicht Nigger!

Reding erhielt für seine Werke zahlreiche Auszeichnungen. Er war 1961 Stipendiat der Villa Massimo und wurde unter anderem mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis sowie dem Deutschen Kurzgeschichtenpreis ausgezeichnet. Viele seiner Geschichten spielten im Ruhrgebiet und befassten sich mit dem dortigen Lebensalltag der Menschen. Zu seinen bekanntesten Erzählungen gehören Generalvertreter Ellebracht begeht Fahrerflucht und Apotheke Vita Nova. Darüber hinaus engagierte sich Reding in einer Gewerkschaft und in der Friedensbewegung, war Gründungsmitglied der Gruppe 61 und seit 1973 Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.