Ein Gericht in der türkischen Stadt Istanbul hat die Schriftstellerin Aslı Erdoğan vom Vorwurf des "Terrorismus" freigesprochen. Die Richter befanden Erdoğan als der "Mitgliedschaft in einer Terrorvereinigung" sowie "Zersetzungsversuchen" nicht schuldig. Das Gericht ordnete zudem die Einstellung eines Verfahrens wegen "Terrorpropaganda" gegen die Autorin an.

Erdoğan war im August 2016 während einer Razzia gegen die prokurdische Zeitung Özgür Gündem festgenommen worden. Ihr wurde "Terrorpropaganda" und ein Versuch der "Zerstörung der nationalen Einheit" vorgeworfen. Nach vier Monaten durfte sie die Untersuchungshaft verlassen, allerdings wurde eine Ausreisesperre gegen sie verhängt. Diese wurde im September 2017 aufgehoben, sodass sie nach Deutschland ausreisen konnte, um den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück entgegenzunehmen.

Erdoğans Romane wie Die Stadt mit der roten Pelerine wurden auch ins Deutsche übersetzt. Ihre Inhaftierung hatte international für Protest gesorgt und wurde als Beispiel für die Einschränkung der Meinungsfreiheit unter Präsident Recep Tayyip Erdoğan gewertet. Seit dem gescheiterten Militärputsch im Juli 2016 wurden zahlreiche Journalisten und Menschenrechtsaktivisten in der Türkei verhaftet. Präsident Erdoğan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen und seine Anhänger für den Putschversuch verantwortlich.