Blut, Milch, digitale Tinte – Seite 1

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I tried to be a joyful feminist. But I was very angry.
Agnès Varda

Der Sand unter meinen Füßen gibt bei jedem Schritt etwas nach, mein Atem geht gleichmäßig, es riecht nach Salz und Fisch. Ich kämpfe mich vorwärts gegen den Wind. Wie lange war ich nicht mehr laufen?

Seit zwei Wochen bin ich hier und versuche zu verbinden, was kaum unter einen Hut zu bringen ist, Arbeit und Auszeit, Kind und Schreibleben. Meine Beziehung nicht zu vergessen. In wenigen Tagen wird das Kind zehn Monate alt, die ein Marathon waren, zwischen Erschöpfung und Rausch. Ich laufe noch bis ans Ende des Stegs, der aufs Meer hinausführt, gehe in die Knie, stütze die Hände auf die Oberschenkel. Atme gegen meine Zweifel, mein schlechtes Gewissen, meine Unruhe, gegen die Schreibkrise als Dauerzustand, gegen die bohrenden Fragen, ob sich all das denn überhaupt lohnt, und es gut genug sein wird, was ich schreibe. Atme. Spüre die Wärme in Kopf und Körper, die sich langsam ausbreitet, das Gefühl, dass alles in Fluss kommt. Vor mir das Meer.

Zu Hause, in unserem puppenhauskleinen Feriendomizil angekommen, schläft das Kind bereits, C. hat Tee gemacht, ich dusche lang, mache mich anschließend daran, die Meldungen des Tages durchzusehen und finde einen Artikel, in dem ein junger Autor vom Überwinden seiner Schreibkrise erzählt: Er habe ein manisches Makrotagebuch geführt, an dem er von morgens um acht bis nachts um eins durchgehend schrieb, mit einer Nachmittagspause für die Familie. Eine Nachmittagspause. Ich muss lachen. Ich stelle mir vor, wie seine Partnerin den geplagten Autor von den alltäglichen Unterbrechungen abgeschirmt haben muss, die jedes Familienleben mit sich bringt, die kaum in eine Nachmittagspause passen, wie schon Jahrzehnte, Jahrhunderte vor ihr andere Frauen Raum und Zeit geschaffen haben für die Kreativität ihrer Partner. Hier hält C. mir den Rücken frei, damit ich ungestört arbeiten kann, wir sind ein Team, aber mich plagt Unruhe, Zerrissenheit, als stünde mir die Freiheit, die ich mir nehme, nicht zu. Wenn ich mich zurückziehe und arbeite, ertappe ich mich beim Gedanken an das Kind, wenn ich mich der Familie widme, sehne ich mich nach Schreibzeit. Warum fällt es mir so schwer, das eine vom anderen zu trennen?

Immer schon waren es vor allem Frauen, die das soziale Leben und die Familienstrukturen organisiert haben und damit den Alltag ferngehalten haben vom unhinterfragten Freiraum des Mannes. Ich frage mich, ob der Autor vor oder nach Schreibkrise und Nachmittagspause Vergleichbares für seine Partnerin getan hat, die ebenfalls Autorin ist. Oder war. Vor meinem geistigen Auge sehe ich eine Alma Mahler-Werfel, ihre Spaziergänge mit Gustav Mahler, der ihre schweigende Gesellschaft wünschte, wenn er in seinem Kopf komponierte, wie sie an seiner Seite ging, und nicht wagte, ihn zu unterbrechen. Ihrem Tagebuch verriet sie, wie sehr sie darunter litt, statt weiter der Arbeit einer Komponistin nachzugehen (er verbat es nach ihrer Heirat) nur noch die Aufgaben einer Haushälterin verrichten zu dürfen. Die Dekoration des Eigenheims und die Mutterschaft galten lange als einzig legitime Formen weiblichen Schöpfertums. All das mag in einer dunklen, patriarchalen Vergangenheit liegen. Aber was wirkt nach bis in die Gegenwart? Wie sehen die Realitäten von Autorinnen und Künstlerinnen heutzutage aus?

Ich spreche von der Doppelorientierung, der Belastung, die soziale Aufgaben auf der einen und künstlerische Arbeit auf der anderen Seite bedeuten, und den immensen Benachteiligungen, die sich für Frauen daraus ergeben. Benachteiligungen, die weit vor der Mutterschaft ansetzen, weit über diese hinaus wirken und auch Künstlerinnen betreffen, die niemals Mütter waren oder werden wollen. Virginia Woolf schreibt in A Room of One’s Own: "She will write in rage when she should write calmly [...] She is at war with her lot." Aber sollten nicht gerade wir Künstlerinnen – 90 Jahre und zwei Wellen des Feminismus später – zornig Antworten verlangen und damit neue Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, der familiären Strukturen? Woher kommt – immer noch – mein schlechtes Gewissen, die Zerrissenheit zwischen Arbeit und Kind, obwohl ich diese Normen ablehne, die Ungleichheit erzeugen und behaupten, dass die Zuständigkeiten und Pflichten bei mir liegen, der Mutter.

"Poesie ist Arbeit", ich erinnere mich, die Worte einer Kollegin, vor ein paar Monaten. An Wein und Häppchen in den Büroräumen der Veranstalter nach einer Gruppenlesung, an das Abfallen der Anspannung und die Leichtigkeit des Themenhoppings der Schreibenden von Lyrik über Whiskeysorten bis hin zu Jugendsünden, Schlaflosigkeit, Panikattacken. Und Kinder. Ich erinnere mich an das ungewohnte Gefühl, bei diesem Thema mitreden zu können. Seit Neuestem bin ich Mitglied in einem Club, von dessen Existenz ich immer schon wusste, aber lange Zeit überzeugt davon war, dass ich niemals dazugehören würde. Nicht dazugehören wollte. Mir bis heute nicht sicher bin, ob ich wirklich dazugehöre.

Irgendwann gehe ich zurück ins Hotel, der altmodische rote Klingelknopf schickt seinen hellen Schrei in die Lobby. Ein Portier späht hinter seinem Pult hervor, zupft Anzugjacke und Haare zurecht, wirkt erschöpft, dabei ist es erst kurz nach Mitternacht. Der staubige Geruch des Aufzugs, das träge Aufwärtsruckeln, Stockwerk für Stockwerk. Im Zimmer angekommen werfe ich Kleider und Schuhe von mir, checke meine Nachrichten. Meine rechte Brust spannt, die linke ist hart geworden, ich muss rasch Milch abpumpen. Das monotone Surren der elektrischen Milchpumpe macht mich schläfrig. Die kleine Maschine pumpt eine Weile erfolglos, bis ich dem Rat meiner Hebamme folge und auf meinem Telefon die letzten Bilder von meinem Kind öffne, um den Milchspendereflex zu aktivieren. Während ich beiläufig durch die Aufnahmen scrolle, wird mein Nippel im Gerät rhythmisch langgezogen, ein leiser, feiner Schmerz, ein Ziehen in den Brüsten, dann plätschert es endlich in die kleine, bauchige Flasche. Ich frage mich jedes Mal, ob sich eine spontane Erektion so ähnlich anfühlt. Meine Spiegelung im Zimmerfenster, die Plastikpumpe in meiner Rechten, das Smartphone in meiner Linken, der blaue Schein des Displays auf meinem Gesicht, ich muss grinsen. Die Milch in der Flasche ist dünn und grünlich. Ich stelle sie in die Minibar, nehme mir ein Bier mit ins Bad und gehe unter die Dusche. Es ist die erste Nacht, die ich von meinem Kind getrennt schlafe, in einer anderen Stadt. Das Kind verlangt, was mein Körper zu geben hat. Das Geschäft des Schreibens verlangt Abwesenheiten.

"Wirst du denn dann noch schreiben können?"

Der Rausch der letzten Wochen und Monate vor der Geburt, ich schreibe, als ginge es um mein Leben, auf diese Stunde Null hin, den Tag X. Ich habe keine Angst, aber auch keine Ahnung oder Vorstellung davon, wie mein Leben danach aussehen kann, soll, wird oder muss. Was alle anderen erzählen, will ich nicht hören. Ich schreibe, wann immer es mir möglich ist, Tag und Nacht, zu Hause, unterwegs, mache mir Notizen in der Schlange vor der Supermarktkasse. Dazwischen falle ich, auch tagsüber, in komatösen Tiefschlaf. Zeile für Zeile steuere ich auf diese Stunde Null zu. Von außen werden mir die üblichen Glückserwartungen und Glückwünsche zugetragen. Es kommt mir lächerlich vor, dieses Gratulieren, diese gesellschaftlich normierten Automatismen, ich weiß nicht recht damit umzugehen. Außerdem haben die meisten Sätze, die auf den austauschbaren Glückwunsch folgen, etwas von einer Drohung.

Wirst du denn dann noch schreiben können?
Du weißt ja, die meisten Aufenthaltsstipendien kannst du jetzt vergessen, da kann man keine Kinder mitnehmen.
Am besten, du schläfst schon mal vor. Schlafen kannst du dann erst mal vergessen."
Habt ihr schon einen Kitaplatz?
Was, so früh willst du dein Kind dann betreuen lassen?

Ein Großteil der gut gemeinten Drohungen betrifft mich allein, nicht meinen Partner, die Zuständigkeiten scheinen schon jetzt klar aufgeteilt. Und auch ich mache mir zunehmend Gedanken. Frage mich, wie mein altes und mein neues Leben sich miteinander vertragen werden, ob ein Kompromiss möglich ist. Eine nahe Verwandte wundert sich, als mein Partner erzählt, dass er sein Vorhaben, das Klavierspielen zu lernen, ob der kommenden Veränderungen fürs Erste aufschieben will. Das sei doch schade, er brauche dann doch bestimmt Zerstreuung und müsse auch seine Hobbys pflegen. Ich hätte ja dann für meinen Teil beispielsweise die Rückbildungsgymnastik. Hier seine Freiheit und dort mein Körper, der plötzlich ein Ding ist, bei dem sich alle auskennen, ein Thema, bei dem alle fleißig mitreden dürfen. Freunde, Verwandte, Fremde. Mein Partner und ich halten uns fest, um nicht vom Ausgangspunkt einer gleichberechtigten Beziehung gnadenlos rückwärts durch die Jahrhunderte zu fallen. Mir ist nach Lachen und Schreien zugleich.

Die nächste Allgemeinplatzfrage lässt nicht lange auf sich warten, folgt unabhängig vom Gegenüber meist unmittelbar: Ist es ein Mädchen oder ein Junge?

Das Kind weiß noch nicht, dass die Verschiebung der Gewalten früh beginnt, oft noch vor der Geburt, mit der Zuschreibung des Geschlechts und der damit nach gesellschaftlicher Norm einhergehenden Ordnung der Dinge. Dabei sollte es die Freiheit jedes Kindes sein, sich als menschliches Wesen zu empfinden, das Geschlecht ist physisch vorhanden, aber spielt in der eigenen Welt und Wahrnehmung keine Rolle. Das Kind weiß noch nicht: Geschlecht ist die erste Unterdrückungskategorie. Dabei haben wir das Recht, die Einzigen zu sein, die definieren, wer wir sind. Wir entscheiden, im alltäglichen Kampf der Zuschreibungen, Wirklichkeit und Wahrheit umzuschreiben. Die Handlungsanweisung lautet, nicht mitzuspielen. Werden meine Vorstellungen und Theorien in der Praxis, auch der des Kindes, durchzusetzen sein?

Das Schreiben ist mein safety blanket. Mein Körper expandiert. Ich befinde mich in einem physischen Ausnahmezustand, den ich in unzähligen Fotos meines Spiegel-Ichs dokumentiere, im Badezimmer, von allen Seiten. Die meisten Bilder lösche ich wieder. Und versichere mir: Das, was ich sehe, das bin immer noch ich. Vor mir liegt etwas, das sich anfühlt wie die bevorstehende Landung eines Raumschiffes. Wobei: Die Kolonisierung durch eine noch unbekannte Lebensform hat ja bereits begonnen, die Körperlandnahme. In Erwartung einer Stille, eines Lärms, einer Stunde Null, tue ich, was ich immer getan habe, von Laut zu Wort zu Zeile bewege ich mich durch die Tage.

Ich lese von einer Kamerafrau, die im neunten Monat noch dreht, einer Langstreckenläuferin, die während der Etappen in den Trinkpausen ihren Säugling stillt. Auch ich halte meinen Körper und mein Hirn an, die gleiche Leistung zu bringen wie immer. Es ist keine Option, Schwäche zu zeigen. Alle Augen scheinen auf mir. Prüfend, in Erwartung meines Scheiterns. Es gilt, allen und mir selbst zu beweisen: Das bin immer noch ich.

Herbstbeginn, es ist spätsommerlich heiß. C. und ich ziehen um. Ich bin es nicht gewohnt, nicht mit anpacken zu können, bin ungeduldig, mache zu viel, die Erschöpfung lässt nicht lange auf sich warten. Zwischen halb ausgepackten Kisten throne ich auf dem einzigen Sessel, auf dem mir das Sitzen noch erträglich ist, die Füße hochgelagert oder in einem Eimer mit kaltem Wasser. Nach wie vor arbeite ich an meinen Manuskripten. Mein Lektor schickt mir Audiofiles mit dem friendly wordfire seiner Kritik, ich stolpere über Fragen, die sich in wunde Punkte bohren, stürze in größere und kleinere Krisen, stehe auf und schreibe weiter. Dazwischen Telefonate und Anmerkungen meiner Agentin zum neuen Romanmanuskript. Nachts folgen mir meine Texte und Figuren in den Schlaf, Albträume lassen mich hochschrecken, ich träume vom Bachmannpreis: Ich bin geladen, aber der Bewerb ist in diesem Jahr aufgebaut wie eine Deutschschularbeit. Alle sitzen gekrümmt auf zu kleinen Bänken, als Schutz gegen das Abschauen werden Schultaschen mit Ingeborg-Bachmann-Konterfei zwischen den Bewerberinnen und Bewerbern aufgestellt. Ich versuche trotzdem, Haltung zu bewahren. Ein Thema wird ausgegeben, alle schreiben live um die Wette. Ich werde nicht fertig bis zum Finalgong, die Jury urteilt außerdem: Themenverfehlung. Ich werde disqualifiziert.

Die eigene Sterblichkeit wird uns bewusster

Alle Texte müssen raus, aus meinem Hirn, aus meinem Körper. Ich schreibe gegen den Countdown, in Erwartung einer neuen Zeitrechnung. Ich arbeite beinahe wahnhaft und penibel meine To-do-Listen ab, absolviere Termine, skype, maile, telefoniere, skizziere neue Projekte – aber in Wirklichkeit plane ich nichts über den Tag X hinaus. Wenn C. abends nach Hause kommt, bringt er Pizza, Pad Thai oder Papayasalat, manchmal einen Becher Zitroneneis, und wir schauen uns Alien an, alle Filme der Reihe. Ellen Ripley sagt: "I am the monster’s mother."

"THE FUTURE IS FEMALE" steht auf dem Sweater, den ich bei einem der unzähligen Vorsorgetermine trage. Routineuntersuchungen, nichts Besonderes, aber zu viele für meinen Geschmack. Meine Gynäkologin wirft einen Blick auf den Print, grinst vor sich hin und sagt: "Mal sehen", während sie den nächsten Termin auf meiner Karteikarte einträgt. Bevor ich nachhaken kann, verabschiedet mich ihr routiniert freundlicher Händedruck nach draußen.

Ich beneide meinen Partner bis hin zur Feindseligkeit. Er wird nicht gewogen, gestochen und vermessen, seine Körperflüssigkeiten werden nicht ausgewertet und er bleibt auch großteils von guten Ratschlägen verschont.   

"Du wirst sehen, wie das ist, wenn du einmal Kinder hast", hat mich schon meine Mutter gewarnt. "Du wirst sehen." Ich suche und finde ein Foto meiner Mutter als junge Frau, zurechtgemacht im Sonntagskleid. Einen Monat vor meiner Geburt am 11. Oktober 1976 lächelt die hochschwangere Mutter in die Kamera, sie kann sich auch glücklich schätzen, seit dem 1. Januar 1976 benötigen Ehefrauen in Österreich nicht mehr das Einverständnis ihres Ehegatten, um arbeiten zu gehen. Der gemeinsame Wohnsitz wird nun nicht mehr ausschließlich vom Mann bestimmt, das bis dahin gültige patriarchalische Versorgungsehemodell wird durch ein partnerschaftlich orientiertes ersetzt. Die Fristenlösung für Schwangerschaftsabbrüche ist vor einem Jahr in Kraft getreten, die Antibabypille kann schon seit Jahren vom Arzt verschrieben werden. "Du wirst sehen."

Was ich noch nicht weiß, aber anhand der ersten Reaktionen schon erahne: dass Menschen mir hilfreich zur Seite stehen werden, die ich davor nur flüchtig kannte, aus Solidarität und aus dem Glauben an mich und meine Arbeit. Von anderen werde ich abgeschrieben, nicht mehr mitgedacht, auch von solchen, die sich selbst als Feministen bezeichnen.

Das Schlimmste daran ist, dass ich es in der nahen Vergangenheit nicht besser gemacht und Schwangeren, Müttern oder Eltern gegenüber kaum Empathie gezeigt habe, nichts davon hören wollte, wenn sie mir von Kinderzeitmanagementproblemen erzählt haben. Dass wir eine Gesellschaft sind, deren Zusammenhalt die einzige Lösung für ein humanes Miteinander ist und gerade Frauen Solidarität füreinander aufbringen müssen, habe ich in der Theorie verhandelt, aber in der zwischenmenschlichen Praxis von mir weggeschoben, als ginge mich das Leben der anderen wirklich nichts an. Ich fühle mich ertappt.

Der Tag X kommt, aber nichts geschieht. Mittags spaziere ich eine Runde, hole mir Mittagessen und Kaffee und bleibe lange vor dem Schaufenster eines Reisebüros stehen, studiere die Destinationen und Angebote. Ich erinnere mich, dass ein befreundeter Fotograf ein paar Monate nach der Geburt seines Kindes zu einem Motorradtrip in irgendeine Wüste aufgebrochen ist. Meine Beine sind müde. Ist es die Schwerkraft, das Gewicht meiner Geburt als Frau, das Gewicht der Entscheidung, Mutter zu werden, das Gewicht eines Wunsches, einer Begeisterung, der wir als Paar gefolgt sind und die wir jetzt anscheinend auszubaden haben? Das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern, das C. und ich verzweifelt auszubalancieren versuchen? Ich muss lachen. Weinen ist keine Option. Wie lange stehe ich schon vor dem Schaufenster? Eine Angestellte des Reisebüros blickt von ihrem Monitor hoch und mustert mich, ich hebe meine Hand und verziehe den Mund zu einem Lächeln, wie automatisch, als würde ich sie kennen. Neben ihrem Schreibtisch steht eine leuchtende Weltkugel, ich sehe mein Spiegelbild, die Rundung meines Bauches, dahinter Flüsse, Meere, Grenzlinien.

Kurz nach Mitternacht mache ich die letzten Korrekturen in Manuskript eins, ändere letzte Sätze in Manuskript zwei, schreibe E-Mails an Agentur und Verlag, lausche dem Swoosh, der das Versenden begleitet, und dem Geräusch der Stille danach.

Der Tag X erfüllt sich später als gedacht. Alle an Bord überleben. Das Alien bekommt einen Namen und eine Steuernummer.

C. und ich kommen mit dem Kind zurück nach Hause, erschöpft und zerschunden, wie Kriegerinnen vom Schlachtfeld. Wir sind da, wo das X ist. Wir bestimmen unseren Standort neu. Die lächerlichsten Dinge rühren mich an: der Gedanke, dass jeder Körper mit Dingen in Berührung kommt, die ihn altern und reifen lassen, wie Zeit, Sonne, Liebe, Enttäuschung, die Linien auf unseren Händen und Gesichtern, die sich manifestieren, tiefer werden. C. und ich finden uns wieder in einer Blase, fallen in Zeitlöcher, Stille, Sprachlosigkeit, ertappen uns: Kitschverdacht. Da ist eine Ruhe und Selbstverständlichkeit, in der ich all das annehme, das Lächerliche, das Schöne, das Brutale, das Klaustrophobische.

Die eigene Sterblichkeit wird uns bewusster. Die Welt draußen vor dem Fenster kommt uns unwirklich vor, alles was ist, ist das Hier und Jetzt, der Raum, den wir abschreiten. Das Vergehen der Zeit fühlt sich anders an. Sie steht still, um im nächsten Augenblick weiterzurasen. Der Ausgangspunkt ist das Ich der Vergangenheit und dessen Auslöschung. Was danach kommt, kann nur ich selbst gestalten: das Neuerfinden, das Überschreiben und das Anschreiben gegen Erwartungshaltungen. Das kleine Alien schläft, schreit, sieht sich um, fragend. Mir geht es kaum anders. Alles scheint weit von mir weggerückt, auch das Schreiben.

Poesie ist Arbeit

Wir haben nicht viel Zeit, in diesem Zustand zu verharren. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Blase wieder zu verlassen. Alltag, Arbeit und Rechnungen rufen, C. muss als Erster raus, ich bleibe noch etwas hier drinnen, wenn auch nicht vollkommen freiwillig. Ich ringe mit der Welt um Freiheit, einen Raum zum Denken, Atmen, Schreiben. Ein Zimmer für mich allein. Jetzt brauche ich es mehr als jemals zuvor. Warte sehnsüchtig auf meine Ablöse, lauere auf das Nachhausekommen von C., damit ich ihm das Kind in die Arme drücken kann, mache mich voller Ungeduld, beinahe zornig, an die Schreibarbeit, um das Kind wenig später zu vermissen. Die Zeit reicht niemals für nichts, C. und ich zerren daran, strecken und verbiegen uns. Zeit hat eine andere Dimension bekommen, ist neu formatiert, in winzige Einheiten fragmentiert. Ich frage mich, was ich all die Jahre davor eigentlich gemacht habe, als ich unter meinem dauernden Stress gelitten habe. Denke an diese unfassbare Fülle von Zeit, die mir damals im Vergleich zu jetzt zur Verfügung stand, und dass meine Beschwerde trotzdem absolut richtig war: Ich hatte keine Zeit.

Ich finde die Anfänge nicht mehr

Das Kreisen meiner Gedanken im Halbdunkel, nachts, stillend, halb hier und halb entrückt, während C. mir aus Uwe Johnsons Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl vorliest. Mein Denken ist ein dumpfes Pochen, ein Aufbegehren gegen die Erschöpfung. Ich schlafe wenig, ich finde die Anfänge nicht mehr. Früher habe ich immer nachts gearbeitet, bis zum Morgen, ich erinnere mich an das rastlose Schreiben, das Rasen der Gedanken, die Manie. Das Kind weckt uns alle zwei Stunden, hungrig, zornig, die Hände zu Fäusten geballt. Ich stille es, stelle es damit ruhig, kann C. nur mit Mühe folgen, wenn er mir vorliest, er muss dieselbe Passage zweimal wiederholen, tagsüber kann ich kaum den Absatz eines Zeitungsartikels erfassen. Uwe Johnson schreibt: "Wenn sie an einem Tag am Strand die Zeitung verpasst hat, hält sie abends ein Auge auf den Fußboden der U-Bahn und auf alle Abfallkörbe unterwegs, auf der Suche nach einer weggeworfenen, angerissenen, bekleckerten New York Times vom Tage, als sei nur mit ihr der Tag zu beweisen."

Ich schweife ab. Falle in eine Leere. Ich bin Futterkrippe, eine Körperhülle, namenlos, die sich neu erfinden muss. Das Kind rudert im Schlaf mit den Armen ins Leere, öffnet den Mund, die Augen bleiben geschlossen, verharrt in seiner Welt, ist noch nicht angekommen. Ein Gefühl der Erleichterung, als es zum ersten Mal die Augen für lange Zeit öffnet, uns betrachtet und endlich wahrnimmt, mit diesem ganz bestimmten, ruhigen und wissenden Ausdruck, den nur kleine Kinder haben. Der Nabelschnurrest fällt wenige Tage später ab. Ich erinnere mich: Poesie ist Arbeit. Ich muss schreiben.

Es ist Winter, statt Schnee gibt es Dauerregen. Ich mache stundenlange Spaziergänge, die meine Gedanken ordnen sollen, der Himmel hängt schwer, in Schichten von Grau, es ist feuchtkalt, aber ich schwitze, das Kind im Tuch nah an meinem Körper. Mein Spazieren ist ziellos, kreuz und quer durch die Stadt, ich schlage Haken, bleibe plötzlich stehen und halte inne, als hätte ich vergessen, wo ich bin – als würde ich der Bewegung meiner eigenen unregelmäßigen Gedankenströme folgen. Der Alltagswahnsinn der Stadt scheint mir greller. "Nazi Nazi Sau Nazi Nazi Sau", krakeelt eine monotone Stimme unermüdlich, ich kann sie schon aus der Ferne hören, aber niemanden ausmachen, zu dem sie gehört, die Stimme wird lauter, kommt näher, und im Vorbeigehen sehe ich jemanden zusammengekauert im Dunkel eines Hauseingangs. Ein andermal ist es ein One-Man-Show-Demonstrant mit Megafon auf einem über und über fähnchenbehängten Fahrrad, auch die EU hat er in seiner Flaggenkollektion nicht vergessen. Just another crazy human, aber es scheinen jeden Tag mehr zu werden, die in ihrer eigenen Haut wüten.

An jeder Ecke begegnen mir Dinge aus der Vergangenheit. Im Schaufenster des Antiquariats finde ich Bücher wieder, die ich als Heranwachsende gelesen habe, manche lange bevor ich ihren Inhalt vollständig erfassen konnte. Bücher waren mein persönliches safety blanket, Sprache mein Versteck. Das introvertierte Kind, das ich war, hat seine Geheimnisse zwischen die Seiten der Bücher geflüstert, die Heldinnen der Geschichten waren Komplizinnen, der Geruch von Papier bedeutete Zuhause.

Vor dem Kiezplattenladen hängt das Poster, das jahrelang in unserem Wohnzimmer hing, darauf Nicole, der Schlagershootingstar der Achtziger, die erste deutsche Siegerin des Eurovision Song Contests, 17 Jahre alt, ihre Gitarre auf dem Schoß, der Blick verträumt, das weich gezeichnete Wunschbild einer perfekten Tochter, die ich niemals sein würde. Meine Mutter, die mich fragt: "Was glaubst du eigentlich, wer du bist?"

Gilles Deleuze schreibt: "Schreiben heißt nicht seine Erinnerungen erzählen, seine Reisen, seine Liebe und seine Trauer, seine Träume und seine Phantasmen. Es bleibt sich gleich, ob man an einem Überschuss an Realität oder Einbildungskraft krankt: In beiden Fällen ist es das ewige Papa-Mama, die ödipale Struktur, die man ins Reale projiziert."

"Bist du jetzt produktiver?"

Ein Verlag interessiert sich für mein neues Manuskript, der Termin bringt Erwartung und Unruhe, es regnet immer noch oder schon wieder, als wollte jemand Berlin fluten. C. und das Kind begleiten mich, drehen Runden unweit des Cafés. Während ich über Sprache spreche, mein Schreibleben als Zeitbogen, über Politik, Figuren, Plot und Auslassungen in der vorliegenden Geschichte, könnte mein Kind jeden Moment wieder nach mir verlangen, ich bin Nahrung und Trost, sein safety blanket. Die Worte der Lektorin, die an mir vorbeirauschen, das Rot ihres Lippenstifts, die perfekte weiße Linie ihres Scheitels, der das schwarze Haar teilt, ihr junger Kollege trägt eine Brille mit zartem Goldrand. In den Schichten hinter meinen geschliffenen Sätzen, meinen Scherzen, pochen Fragen auf Antwort, die ich noch nicht stellen darf. Wie viel Vorschuss wird der Verlag mir anbieten? Wird er überhaupt bieten? Die Fragen des ökonomischen Überlebens sind jetzt dringlicher als zuvor, als ich nur für mich selbst verantwortlich war. Sie fragen mich, wie ich Schreiben und Kind vereinbaren werde, sie fragen freundlich, aber mir ist klar, dass sie dem Kindsvater eine solche Frage nicht gestellt hätten. Ich höre mich sprechen und entferne mich gleichzeitig, denke an C. und das Kind, das seit Neuestem Stunden damit zubringen kann, seine Hände zu betrachten. Ein Obdachloser betritt das Café und nimmt ungebeten Platz an unserem Tisch, beginnt sich ins Gespräch zu mischen, seine eigene Geschichte zu erzählen, die keiner hören will, als wir ihn bitten zu gehen, schreit er los, laut und durchdringend.

Ein Meer aus Milch und Blut

Ich spreche in ein Mikrofon, ich gebe mir Mühe mit Ausdruck und Performance. Es ist die erste Lesung seit Beginn meiner neuen Zeitrechnung, das erste Mal draußen, zwischen all den Literaturmenschen. Niemand weiß, dass ich ein paralleles Leben führe. Ich bin Aschenputtel, muss rechtzeitig zurück zu Hause sein, bevor meine Brüste sich wieder mit Milch füllen, die verfüttert werden muss. Während ich lese, glaube ich zu spüren, wie die Milch in den Stoff meines Pullovers sickert, Nässe sich ausbreitet, ich ziehe meine Jacke schützend über der Brust zusammen, sehe Milch, die auf dem Boden um meine Füße eine Pfütze bildet, spüre, wie der Druck immer stärker wird. Im nächsten Augenblick platze ich. Ein Meer aus Milch und Blut flutet das Publikum.

Auf Skype fragt mich eine Kollegin: "Bist du jetzt produktiver? Prokrastinieren kannst du dir jetzt ja nicht mehr leisten. Oder?"

Hélène Cixous schreibt: "I’m brimming over! My breasts are flowing. Milk. Ink. Nursing time."

Ich existiere in zwei parallelen Welten, in der einen, der Mutterwelt, habe ich eine optimistische Sicht auf die Welt, alles scheint sinnvoll, erklärbar, ich kann das Kind trösten und nähren, ich generiere Hoffnung, mein Blick in die Zukunft ist positiv, ich weiß um meine Grenzen und akzeptiere sie, ich höre zu, achte die Bedürfnisse meines Gegenüber, bin gelassen und geduldig. Ich gehe davon aus, dass alles gut ausgehen kann, nicht nur für uns: das Kind, C. und mich, nein, für alle – die Apokalypse wird nicht stattfinden.

In der anderen Welt, als Schreibende, überschreite ich all diese Grenzen, verwerfe moralische Werte, Werte überhaupt, bin egoistisch und rücksichtslos, schreibe zornig gegen einen Kanon der Vergangenheit an, gehe hart mit mir selbst und der Welt ins Gericht. Wie Medea sich ihrer Kinder entledigt hat, entledige ich mich meiner Charaktere, lasse sie los und in ihr mögliches Verderben rennen. Bedingen beide Welten einander?

Das Schreiben ist eine Übung im Rabenmuttersein, ich versinke in meiner Arbeit, blende alles andere aus, auch das Rauschen und Klacken aus dem Babyfon. Laute, die nur ganz langsam, wie von weit weg, zu mir dringen. Ich bin digitale Tinte und Milch, ich bin mein Cursor, der im Atemrhythmus blinkt, das Ächzen und Würgen des Druckers, bin ein Körper, der schwitzt, schmerzt und blutet, dieser Körper, zu dem ich erst langsam zurückfinde, obwohl alles in Körperlichkeit aufgelöst scheint. Ich lasse die Sprache auf Abwege geraten und mich mit ihr, es gibt keine gerade Linie, weder im Denken noch im Erzählen. Ich als Wille und Vorstellung der Beschützerin, der Nährenden, Gebenden, Wissenden, die Muttermuttermutter, die den Alltag trägt wie Atlas, der die Welt trägt. In meine Texte schleicht sich ein nie gekannter Wille zum Optimismus, ist es das Muttertier, das diesen Optimismus ins Haus geschleppt hat, wie die Katze, die einen toten Vogel als Geschenk bringt? Ich notiere: das hirn als körper benutzen / den körper als hirn benutzen.

Die Freundin erzählt mir, dass es ein Sprichwort gebe, das sie im Wortlaut jetzt nicht wiedergeben könne, aber inhaltlich sei es ungefähr so, sie paraphrasiert: "Die Geburt als Neugeburt der Mutter."

Welche Geschichten werde ich jetzt erzählen?


Erinnere ich mich eigentlich, wer ich davor war, wer ich geworden bin, nachdem mich das schwarze Loch des Mutteruniversums eingesogen hat? Oder bin ich noch die Gleiche?

Mein Körper verändert sich langsam zurück in etwas, das ich kenne. Die eine oder andere Spur bleibt: ein Muttermal, das seine Form verändert hat, vom Oval zum Rechteck, meinem Nabel sieht man an, dass er nach außen gestülpt wurde und wieder zurück. Mein Ich, meine Welt, und alles, was damit zusammenhängt, wurde von innen nach außen gestülpt.

Gegen das Bild der Frau

Ich werde wütend ob der unerträglichen Freude meiner eigenen Mutter über mein Muttersein, mit dem sie nicht gerechnet hat, das Kind als Erfüllung eines gelungenen Frauenlebens. Ist es nicht gerade als Autorin meine Aufgabe, die vorgegebenen Bilder und Bedingungen zu sprengen, den Normierungen zu trotzen? Welchen Blick wirft die Gesellschaft auf mich?

Ich entscheide mich, dagegen anzuschreiben: gegen das Bild der Frau, der Feministin, der Mutter in Büchern, die in der Tradition patriarchaler Strukturen und Machtverhältnisse geschrieben werden.

Es ist Frühling, wir reisen zu dritt zur Buchmesse. Wochen davor beginne ich, Milch abzupumpen, datiere und beschrifte die Beutel, friere sie ein. Vorräte für die Lesungen und Termine. In einem tragbaren Minikühlschrank, dessen Inhalt an Astronautennahrung erinnert, reist der Vorrat mit uns. Jede Lesung, jeder Tag ist eine organisatorische Herausforderung, manchmal nimmt das Chaos Überhand, manchmal kippt die Stimmung, dann wieder kann ich alles mit Leichtigkeit nehmen. Wenn ich für eine Lesung abends üben will, aber das Kind nach meiner Aufmerksamkeit verlangt, performe ich meinen Text vor ihm – C. macht eine Serie Fotos davon, ich lese, das Kind lacht, grimassiert, hört stirnrunzelnd zu, als verstünde es.

Ich schreibe diesen Text, wie ich nun all meine Texte schreibe, in Zeitfenstern, Zeitlöchern, in einem Paralleluniversum, ungekämmt, indifferent gelaunt, laut lachend über dieses neue Leben, das alle Selbstverständlichkeiten implodieren lässt. Ich zähle die Summe der einzelnen Teile der Vereinnahmung, arbeite gegen die Mechanismen der Vereinnahmung.

Welche Geschichten werde ich jetzt erzählen?

In einer Spieluhr bewahre ich den Nabelschnurrest des Kindes auf, ein trockenes braunes Stück Gewebe an einer weißen Plastikklemme. Ich habe die Kontrolle verloren, weil ich nichts unter Kontrolle haben muss – die Worte nabeln sich ab, finden neue Bedeutungen, die Figuren entwickeln ein Eigenleben, entziehen sich Dynamik und Gesetzmäßigkeit. Ich schenke dem Chaos Raum, zolle ihm sogar Respekt. Sowohl Text als auch Kind stellen mich vor die gleiche Aufgabe, Freiheit, auch meine, zuzulassen, eine mütterliche, eine menschliche Aufgabe, vielleicht die wichtigste überhaupt.

Ich will um nichts weniger von der Welt als früher

Der Strand liegt einsam, nur wir sind hier. Das Kind spielt versunken, es braucht mich nicht in diesem Moment, nur die Versicherung, dass ich da bin, ab und zu ruft es nach mir, wendet sich im nächsten Moment wieder ab und taucht in seine eigene Welt. Das bin immer noch ich, zufrieden und ruhig in diesem Augenblick. Ich will um nichts weniger von der Welt als früher. Meine Zufriedenheit ist flüchtig, und das muss sie auch sein. C. und ich erfahren immer wieder aufs Neue, wie schwer es ist, dass es einer andauernden Auseinandersetzung bedarf, um nicht in klassische Rollenverteilungen zu fallen. Doch in diesem Moment kann ich dem Kind zusehen, wie sein Blick wandert, Licht und Schatten zwischen den Dünen folgt, wie es sich an neuen Dingen, Lauten und Bewegungen versucht, scheitert und weitermacht, dazwischen die kurze Rückversicherung, dass ich da bin, nur für den Fall, der Blick des Kindes geht zu mir, ein Moment Komplizinnenschaft.

Der Akt der Befreiung ist, das Wort zu ergreifen. Die Welt verändert sich durch die Geschichten, die wir erzählen. Ich freunde mich an mit dem Chaos, vielleicht bekommt es mir sogar, ich rase vor Freude, ich schreibe.

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