Erstmals notiert im Jahr 1790
Melodie: Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800)
Text: Matthias Claudius (1740-1815)


1. Strophe

Der Mond ist aufgegangen
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar.
Der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

2. Strophe

Wie ist die Welt so stille
und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold
als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt.

3. Strophe
Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen
und ist doch rund und schön.
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost belachen,
weil unsre Augen sie nicht sehn.

4. Strophe
Wir stolzen Menschenkinder
sind eitel arme Sünder
und wissen gar nicht viel.
Wir spinnen Luftgespinste
und suchen viele Künste
und kommen weiter von dem Ziel.

5. Strophe
Gott, lass dein Heil uns schauen,
auf nichts Vergänglichs trauen,
nicht Eitelkeit uns freun;
lass uns einfältig werden
und vor dir hier auf Erden
wie Kinder fromm und fröhlich sein.

6. Strophe

Wollst endlich sonder Grämen
aus dieser Welt uns nehmen
durch einen sanften Tod;
und wenn du uns genommen,
lass uns in’ Himmel kommen,
du unser Herr und unser Gott.

7. Strophe
So legt euch denn, ihr Brüder,
in Gottes Namen nieder;
kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen.
Und unsern kranken Nachbarn auch!

Hier finden Sie die Downloads zum Singen zuhaus:
Das Lied mit Gesang als Mp3 (öffnen Sie den Link, und klicken Sie dann auf den Abwärtspfeil, um die Datei als Quellmaterial zu speichern).
Das Lied als Instrumental zum Mitsingen.
Die Noten zu "Der Mond ist aufgegangen" waren eine Woche lang, bis zum 5. Dezember, hier abrufbar.

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"Wiegenlieder" ist ein Gemeinschaftsprojekt von SWR2, dem Carus-Verlag und ZEIT ONLINE.