Europas Poplandschaft wird von Schweden aus regiert, und Robyn ist ihre Königin. Als 16-jährige Infantin drang sie mit ihrem Hit Show Me Love sogar an amerikanische Ohren, der Grundstein ihrer Karriere war gelegt.

Danach blieb es einige Jahre still, bis sie 2005 ihr eigenes Label Konichiwa Records gründete. Als selbstbestimmte Herrin über ihre Musik wagte sie einen Neuanfang und verwehrte sich übersexualisierten weiblichen Popklischees. Eigenwillig und konsequent eroberte sie die Clubs und Radiowellen zurück. Sie sang für Britney Spears und mit Snoop Dogg. Madonna, damals die sakrosankte Mutter Oberin des Pop, nahm Robyn 2008 mit auf ihre Europatour und zeigte ihr ein paar Kniffe.

Mittlerweile ist Madonnas Stern verblasst, Robyns strahlt mit jeder Diskokugel um die Wette. Im vergangenen Jahr veröffentlichte die Schwedin drei Mini-Alben , die ihren Ruhm stärkten. Seit Monaten ist ihre aktuelle Tour ausverkauft, in ihrer Heimatstadt Stockholm spielt sie an vier Abenden in Folge.

In Berlin, kurz vor ihrem Konzert, bittet die 31-Jährige zur Audienz ins Astra. Ein Lied möchte sie für uns singen, Indestructible , begleitet von ihren beiden Keyboardern. Über den Gesamtklang wachen die scharfen Ohren ihres Soundmischers. Er erzählt uns hinterher, wie anspruchsvoll die Arbeit mit Robyn ist. Alles muss perfekt sein. Was nicht gut ist, gibt sie nicht zur Veröffentlichung frei. Königin oder Prinzessin auf der Erbse? Auf jeden Fall läuft alles streng nach Protokoll. Und das Ergebnis ist zauberhaft.

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