Der Intendant der Berliner Volksbühne, Frank Castorf, wird voraussichtlich den Ring des Nibelungen im Jahr 2013 in Bayreuth inszenieren. Die Festspielleiterin Katharina Wagner bestätigte in Bayreuth, dass sie in Verhandlungen mit dem 60-jährigen Theatermacher stehe. "Das ist aber noch keine definitive Zusage", sagte sie. Als Bühnenbildner ist der Serbe Aleksandar Denic im Gespräch. "Das Team für den neuen Ring muss noch gefunden werden, solange können wir noch nicht sagen, dass das Ding perfekt ist", erklärte Wagner bei einem Empfang, wenige Stunden vor Beginn der 100. Richard-Wagner-Festspiele. Die Saison wird am Nachmittag eröffnet mit Sebastian Baumgartens Neuinszenierung des Tannhäuser.

Zunächst war Wim Wenders im Gespräch als Jubiläumsregisseur. Er sagte allerdings im April ab und erhöhte damit den Druck auf die Wagner-Schwestern. Die Inszenierung des Rings zum 200. Geburtstag Richard Wagners im Jahr 2013 gilt als erste große Prüfung der neuen Festspielleitung.

Auch für den designierten Regisseur ist das Projekt eine Herausforderung: Die Produktionsbedingungen am Grünen Hügel gelten als schwierig, der Probenzeitraum sehr begrenzt. Der 60-jährige Frank Castorf gilt als Vertreter des postdramatischen Theaters, er spielt mit dem Absurden und Derben. Kritiker nennen ihn einen "Stückezertrümmerer", weil er sich bisweilen weit von der literarischen Grundlage seiner Stücke entfernt. Bayreuth wird mit dieser Art des Theaters sicherlich großes Aufsehen erregen.