Manche mögen mit den Füßen tanzen, Kid Koala tanzt mit den Fingern. Auf Vinyl. Wie zwei kleine Breakdancer wirbeln seine Hände über die Plattenspieler. Hier das musikalische Grundgerüst, dort die Sounds. Der 37-jährige Kanadier fügt Versatzstücke der Popkultur zu Neuem zusammen. So schnell, dass der Zuschauer kaum mehr weiß, auf welchem der drei Teller eigentlich die Musik spielt.

Nur wenige auf der Welt sind so flink an den Platten wie Kid Koala, der eigentlich Eric San heißt und Grundschullehramt studierte. Er gilt als einer der besten DJs und verzaubert das Publikum immer wieder mit seiner Kunstfertigkeit. Wie er einzelne Töne aus den laufenden Songs extrahiert und nur mit den Fingern neue Melodien aus ihnen formt, ist beeindruckend. Seine Version von Moon River (2003) ist mittlerweile ein Klassiker der DJ-Kultur.

Gerade gab Kid Koala ein Konzert in Berlin, vorher war noch Zeit für eine kleine Videosession im Ritter Butzke. Was er denn für uns spielen werde? Einen Song mit Namen? "Ich mische Euch ein bisschen Blues." Seine Fingerfertigkeit trainiert er auch zeichnend: Demnächst erscheint seine zweite Graphic Novel Space Cadet samt Soundtrack. Wir sind gespannt und freuen uns, dass wir ihm über die Schulter schauen durften. Eine Perspektive, die die Tänzer zu seinen Füßen sicherlich gern hätten.

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