Der argentinisch-israelische Dirigent und Pianist Daniel Barenboim wird neuer Musikdirektor der Mailänder Scala. Barenboim werde die Aufgabe im Dezember für fünf Jahre übernehmen, sagte der Sprecher des norditalienischen Opernhauses, Carlo Maria Cella. Der Künstler arbeitet seit Jahren als Hauptgastdirigent des Mailänder Opernhauses.

Der 68-jährige Barenboim ist bereits Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden in Berlin und der Staatskapelle Berlin. Erst im Sommer hatte er seinen Vertrag um zehn Jahre bis Juli 2022 verlängert.

Nun habe er sich zusätzlich verpflichtet, jährlich etwa vier Monate an der Scala zu arbeiten, Opern und Konzerte zu dirigieren sowie mit dem Orchester auf Tourneen zu gehen. "Das ist ähnlich wie bei den früheren Musikdirektoren Claudio Abbado und Riccardo Muti", sagte Cella. Das Teatro alla Scala ist seit etwa sechs Jahren ohne einen Musikdirektor, nachdem Muti wegen eines Streits um die Nachfolge des früheren Intendanten Carlo Fontana von seinem Amt zurücktrat.

Der heutige Scala-Intendant Stéphane Lissner zeigt sich "zufrieden und stolz", dass die enge Zusammenarbeit mit Barenboim in diese neue Aufgabe münde. Das stärke das Opernhaus und eröffne auch neue Perspektiven auf der Weltbühne, sagte Lissner. Der Intendant arbeitet seit Langem daran, die Scala als wichtiges europäisches Opernhaus noch stärker zu profilieren.

Zur Frage, inwiefern die neue Mailänder Verpflichtung Barenboims Arbeit als Generalmusikdirektor an der Staatsoper beeinträchtigt, war von Seiten des Berliner Hauses keine Stellungnahme zu erhalten.