Nanna Øland Fabricius entspricht dem Klischee von der schönen, modebewussten Skandinavierin vom blonden Scheitel bis zur Sohle ihrer schweren Stiefel. Dem amerikanischen Fernsehpublikum gefällt das gut: In diesem Jahr ist die 26-jährige Kopenhagenerin unter anderem bei David Letterman und Jimmy Kimmel aufgetreten. Nun, sie ist nicht nur hübsch anzusehen, sie macht dazu auch hübsche Musik. Ihr Elektropop hat eine – ja, wieder irgendwie typisch skandinavische – dunkle Färbung: Lykke Li oder Bat For Lashes in etwas flockiger.

Oh Land nennt sich Fabricius, wenn sie an ihren Loop-Maschinchen und Keyboards steht. Mittlerweile dreht sie die Knöpfe in einem Appartment in Brooklyn. Eigentlich wollte sie sich von der Musik immer fern halten. Mutter Opernsängerin, Vater Organist, das Mädchen im Schatten der Vorbilder flüchtete sich ins Ballett. Doch eine schwere Verletzung warf sie aus der Bahn, die Tanzkarriere dahin. Während der Genesung spielte sie daheim am Computer und sang dazu, machte Fortschritte – 2008 erschien ihr Debütalbum Fauna in Dänemark.

Nun liegt ihr zweites, selbst betiteltes Album vor. Mit ihren nomadischen Bühnenmusikern Tore Nissen und Hans Hvidberg-Hansen reist sie von einem Auftritt zum nächsten, Frühstücksfernsehen, Festivals, Konzerte. Wir trafen sie am Berliner Spree-Ufer vor dem Nhow Hotel. Wieder viel, viel Technik für eine Unplugged-Session, aber es hat sich gelohnt. Die Picknick-Version ihrer Single Sun Of A Gun ist beinahe schöner als das Original. Und an die aufgegebene Ballettkarriere erinnern nur noch die rosafarbenen Schößchen ihrer Bluse.

Rekorder an!