Rekorder - Rekorder: Dionne Bromfield singt "Foolin'"

Bringt Ingwer! Dionne muss kämpfen, gegen ihre Erkältung und um die Aufmerksamkeit des Publikums. Jetzt darf nichts mehr dazwischen kommen. Die nächsten drei Tage in Deutschland sind vollgestopft mit Terminen: Geladenen Gästen soll die 16-Jährige am Abend ihr neues Album Good For The Soul vorstellen, eine Handvoll großer Medien wird das Konzert live im Internet übertragen. Thomas Gottschalk und Harald Schmidt haben sie eingeladen, dann wird sie noch im Frühstücksfernsehen auftreten und viele, viele, viele Interviews geben. Mitten im Rummel ein schmales, verschnupftes Mädchen, das um Taschentücher bittet.

In der Berliner Bar Tausend treffen wir Dionne Bromfield zum Rekorder-Dreh. Und nicht nur sie. Mit dabei sind eine Stylistin, ein Manager, ein Tourmanager, zwei Vertreter der deutschen Plattenfirma, ein Gitarrist und – die Mama. So sieht es aus, wenn ein Kind Business macht.

Große Hoffnungen lasten auf Dionnes Schultern. Sie weiß das. Überall wird sie als Patentocher der verstorbenen Amy Winehouse angekündigt. Immer steht die Erwartung im Raum, sie könne deren Erbe antreten. Darüber hinaus taugt ihr Soul auch noch wirklich zum Bestseller: Mit einem ähnlichen Sound hat Adele gerade sechs Grammys gewonnen . Nachvollziehbar, dass ihre Plattenfirma Dionne Bromfield wie einen Rohdiamanten behandelt, der nun unablässig geschliffen wird, bis er so unwiderstehlich funkelt, dass ihn niemand mehr übersehen kann.

Dionne macht das mit. Sie hat schon mit 13 ihr erstes Album mit Cover-Songs veröffentlicht, bei Amy Winehouse' Label Lioness . Jetzt singt sie eigene Songs, die zwischen Sixties-Soul und modernem R'n'B hin- und herschwingen und ein Genre bedienen, das vor allem ein älteres Publikum anspricht. Wie ist es also, wenn ein Küken über Beziehungsprobleme singt? Etwas linkisch und einstudiert wirken ihre Bewegungen. Ihr Körper spricht noch nicht, was über ihre Lippen kommt. Klingen tut sie allerdings schon fast wie eine Große.

Rekorder an!