Rekorder - Rekorder: Peter Licht spielt "Das Ende der Beschwerde"

Peter Licht weiß, wie es laufen muss. Das System ist krank, Dr. Licht empfiehlt Utopien. Auf seinem letzten Album Das Ende der Beschwerde besang er den Zustand des Spätkapitalismus. Brauchen wir alle eine Therapie? Müssen wir uns einer menschenfeindlichen Welt anpassen? Müssen wir unser Leben ändern, um klarzukommen? Peter Licht deutet auf die Symptome und überlässt den Patienten selbst die Medikation.

Ist er mit Kameras konfrontiert, darf allerdings nichts dem Zufall überlassen sein. Peter Licht bleibt anonym, nie zeigt er sein Gesicht. Auch nicht im Fernsehen, als er 2006 Harald Schmidt besuchte . Nur das Publikum sieht den Kopf der kopflosen Band. Peter Licht ist das enthauptete Gewissen des postmodernen Individuums, des hypervernetzten Medienmenschen, des freiberuflichen Selbstausbeuters, des Sozialüberforderten und Mentalunterforderten. Wozu ein Konterfei, wenn es doch Inhalt gibt?

Auch der Rekorder-Dreh läuft natürlich nach Lichts Spielregeln. Keine Nahaufnahmen vom Gesicht, gern mit Gegenlicht, auch der Pianist soll im Schatten bleiben. Knifflige Aufgabe, aber am Ende bleibt viel Raum für Musik und Text. Und darum geht's schließlich.

Rekorder an!