Der britische Popmusiker Robin Gibb ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Wie seine Familie in der Nacht zum Montag mitteilte, erlag der Bee-Gees-Sänger einem langen Krebsleiden. Er hatte sich zuletzt noch einer Darmoperation unterziehen müssen. 



In der Erklärung der Familie hieß es, sie verkünde den Tod des Sängers mit "großer Trauer". Vor rund 18 Monaten war bei dem Musiker ein Tumor im Darm festgestellt worden. Später wurde der Krebs auch in der Leber entdeckt.

Durch Lungenentzündung geschwächt

Anfang des Jahres hatte der britische Sänger dann erklärt, er habe sich von der Krankheit wieder erholt und damit bei – nicht nur bei seinen Fans – Hoffnungen auf eine Heilung geweckt. Zuletzt hatte sich sein Zustand jedoch wieder deutlich verschlechtert. Es gab Berichte, ein weiterer Tumor sei gefunden worden.



Im April fiel Gibb nach einer Lungenentzündung mehrmals ins Koma. Die Ärzte gaben ihm nur noch Tage. Dennoch erholte er sich kurzfristig, ehe er den Kampf gegen den Krebs nun endgültig verlor.

Ein Leben für die Musik

Gibb hatte gemeinsam mit seinen Brüdern Maurice und Barry die Popband Bee Gees gegründet und war mit Titeln wie Stayin' Alive , Night Fever und Massachusetts weltbekannt geworden. "Wir sagten, dass wir eine Seele in drei Körpern waren, da war ein solches Gefühl zwischen uns, wir konnten unsere Gedanken lesen, als wir zusammen schrieben", sagte Gibb einst. Die Brüder verkauften mehr als 200 Millionen Platten.

Auch als Songwriter leisteten sie einen enormen Beitrag zur Popgeschichte . Interpreten wie Barbra Streisand , Diana Ross , Céline Dion und Kenny Rogers sangen Stücke aus ihrer Feder. Nur die Beatles um Paul McCartney und John Lennon waren erfolgreicher. 



Neues Requiem

Nur wenige Wochen vor seinem Tod hatte sich Robin Gibb auf das für ihn ungewohnte Feld der Klassik begeben: Gemeinsam mit seinem Sohn Robin-John schuf er ein Requiem in Erinnerung an die Opfer des Untergangs der Titanic vor 100 Jahren. Das Requiem wurde am 10. April in London uraufgeführt. Gibb, der eigentlich selbst auftreten und eines der zwölf Stücke singen wollte, lag zu diesem Zeitpunkt bereits im Krankenhaus.

Der Musiker hinterlässt vier Kinder. Seine Söhne Spencer und Robin-John sowie Tochter Melissa sind bereits erwachsen. Von seiner Frau Dwina lebte er getrennt, sie hatte ihn jedoch wiederholt am Sterbebett besucht.