Die lateinamerikanische Sängerin Chavela Vargas starb am Sonntag in einem Krankenhaus in Cuernavaca, wie das mexikanische Kulturministerium bestätigte. Sie wurde 93 Jahre alt. "Hier endet meine Geschichte, die aus dem Nichts begann", hieß es in einer wenige Minuten nach Vargas' Tod auf ihrem Twitter-Konto verbreiteten Mitteilung.

Vargas war noch im Juli nach Spanien gereist, um dort ihre letzte Plattenaufnahme La Luna Grande zu präsentieren. Diese war dem Dichter Federico García Lorca gewidmet gewesen. Da sich ihre Gesundheit verschlechterte, kehrte sie Ende des Monats auf eigenen Wunsch nach Mexiko zurück und wurde ins Krankenhaus eingeliefert.

Die als Isabel Vargas Lizano in Costa Rica geborene Musikerin ging bereits als Jugendliche nach Mexiko. Ihre Karriere begann sie als Straßenmusikerin in Mexiko-Stadt , wo sie vom Komponisten José Alfredo Jiménez entdeckt wurde. Als Sängerin wurde sie in der gesamten spanischsprachigen Welt berühmt. Sie erregte Aufsehen, indem sie kernige, traditionelle Ranchera-Lieder sang, während sie Männerkleidung und Pistole trug, Zigarren rauchte und viel Alkohol trank. Zu ihren größten Erfolgen gehören De un mundo raro , La Llorona und Paloma Negra . Sie war mit zahlreichen Größen der mexikanischen Kultur befreundet, darunter mit der deutsch-mexikanischen Malerin Frida Kahlo , dem Maler Diego Rivera und dem Schriftsteller Carlos Monsivais.

Almodóvars Stimme

Sie spielte 1990 in Werner Herzogs Film Schrei aus Stein mit. Der spanische Filmregisseur Pedro Almodóvar war so beeindruckt von ihrer Stimme und Person, dass er sie für die Soundtracks zu seinen Filmen Die Waffen einer Frau ( Tacones lejanos ) und Mein blühendes Geheimnis ( La flor de mi secreto ) engagierte. Chavela Vargas' Gesang stand vielen sinnbildlich für die Stärke spanischer und lateinamerikanischer Frauen. Mit dem Komponisten Elliot Goldenthal arbeitete sie zusammen für den Film Frida und spielte selbst in einer Szene mit, in Gestalt des Todes. Es heißt, Vargas habe in jungen Jahren eine Affäre mit Frida Kahlo gehabt – zu ihrer Homosexualität bekannte sie sich im Jahr 2000 in einem Fernsehinterview.

Mit 83 Jahren hatte sie ihr erstes Konzert in der New Yorker Carnegie Hall gegeben.