Zum 200. Geburtstag von Richard Wagner sollte im Teatro Colón in Buenos Aires eine Tradition einen neuen Höhepunkt finden: Eine Kompakt-Version des Ring des Nibelungen , von Cord Garben auf sieben Stunden an einem einzigen Abend zusammengefasst, steht unter der Regie von Katharina Wagner auf dem Programm. Jetzt, nur einen Monat vor der Weltpremiere, ist die Mitwirkung der Leiterin der Bayreuther Festspiele unsicher geworden.

Die Wagner-Urenkelin hatte vergangene Woche ihre Regie-Arbeit vorübergehend abgebrochen, weil sie nach ihrer Ansicht unzulängliche Vorbereitungen vorgefunden hatte. Sie schlug daraufhin eine Vertagung der für den 27. November angesetzten Premiere vor. Theater-Intendant Pedro Pablo García Caffi bestand jedoch auf den Termin. Die Orchesterproben am Dienstag hatten ohne Wagner begonnen.

Am Mittwoch war Katharina Wagner schließlich erneut nach Buenos Aires gereist, um sich mit García Caffi zu besprechen. "Es wird verhandelt", sagte sie. Über den Inhalt wollte sie sich nicht weiter äußern. Rechtsanwälte beider Seiten hätten daran teilgenommen.

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Vor mehr als einem Jahr war das Projekt von Katharina Wagner und García Caffi in Berlin mit Enthusiasmus angekündigt worden. Die Regisseurin zeigte sich damals vom Vorhaben "absolut überzeugt". Das Teatro Colón zeichne sich wegen seiner technischen Qualität aus. Heute scheint sie enttäuscht. "Wir haben leider Bedingungen vorgefunden, unter denen man nicht arbeiten konnte – also überhaupt nicht", sagte sie nach ihrem ersten Besuch in Buenos Aires am Freitag.

Das Theater wies ihre Kritik zurück. Die Vorbereitungen liefen nach Plan, trotz einiger Schwierigkeiten beim Import von Bühnenbild- und Kostüm-Materialien, die auf dem lokalen Markt eingekauft werden mussten. Die Premiere finde nach wie vor am 27. November statt, wurde betont. Katharina Wagner sei aber am vergangenen Dienstag mit einem Rückflug-Ticket für den Ankunftstag angekommen. Dies beweise, dass sie keinen Willen gehabt habe, die Arbeit aufzunehmen, hieß es in Produktionskreisen. Sie verweisen auf Katharina Wagners jüngst bekannt gewordenes Engagement zur Inszenierung eines Festakts im Presswerk des Ingolstädter Autobauers Audi am 11. November.