Fortwährende Selbstüberschätzungen verquickt mit Selbstüberhöhungen, flankiert mit dem bereits erwähnten "Satan Weiche"-Pathos, gemischt mit dem Gefühl für den absoluten Popsong ergeben ein Feuerwerk der ironischen Pointen – schade nur, dass beide Hauptdarsteller absolut ironiefrei sind.

Und das ist dann auch der eigentliche Skandal an diesem Album und dem Song, der jetzt so viel Aufregung verursacht hat. Xavas meinen das absolut ernst. Nicht die Tatsache, dass sie die gebotene Sensibilität im Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch vermissen lassen, sondern dass sie sich zu einer ernst gemeinten politischen Botschaft aufschwingen, ist die Krux an der Sache. Savas rappt mit einem dämonisch verzerrten Effekt auf der Stimme: "okkulte Rituale besiegeln den Pakt der Macht / mit unfassbarer Perversion werden Kinder und Babys abgeschlachtet / Teil einer Loge – getarnt unter Anzug und Robe / sie schreiben ihre eigenen Gebote / Bruderschaften errichtet aus Leid – sie fühlen sich überlegen und posieren vor uns und lächeln ins Blitzlicht".

Hier ist also jemand im Besitz einer tiefergehenden Wahrheit und stellte einen Zusammenhang her zwischen Geheimbünden, satanistischen Praktiken und realer politischer Macht. Die Mächtigen dieser Welt treffen sich in geheimen Logen und trinken Kinderblut für den Machterhalt! Das System hat sich von Gott abgewandt und steuert seinem Untergang entgegen. Wer solche Gruselgeschichten hat, braucht sich mit wirklicher Politik, Wirtschaft, ökonomischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen nicht mehr zu beschäftigen. Der Teufel ist ja schuld.