Aluna George

Mit James Blake oder How To Dress Well sind R'n'B und Elektronika vor etwa zwei Jahren eine selige Allianz eingegangen. Auf einmal waren da Soulstimmen, deren Wärme sich mit konzeptionell-technoider Kälte zu etwas Neuem verband. Auf der einen Seite die Schwüle der Charts, auf der anderen die Kühle des Untergrunds. Das britische Duo Aluna George hat sich in der Mitte eingerichtet: wohltemperierte Verlockungslieder zu blubbernden, coolen 2Step-Rhythmen. So können ab Juni gern die Hitparaden 2013 klingen.



Haim

Man kann nur in zu große Fußstapfen hineinwachsen. Deshalb sei es ausnahmsweise gestattet, diese drei Schwestern aus Los Angeles als Fleetwood Mac des 21. Jahrhunderts zu bezeichnen. Este, Danielle und Alana Haim sind 21 bis 26 Jahre alt, multimusikalisch und die Kritikerlieblinge des bevorstehenden Jahres. Gerade wurden sie in der Branchenumfrage Sound of 2013 von der BBC als meistversprechende Newcomer ausgezeichnet. Gutgelaunter, frischer, aber keinesfalls naiver Pop mit sympathischen Retrozitaten. Ihr Debütalbum wird sehnlichst erwartet.



Angel Haze

Frauen im Hip-Hop können mehr, als mit exponierten Körperteilen vor der Kamera rumzuwackeln. Jetzt ergreifen die Rapperinnen der erstarkenden Femcee-Bewegung das Mikrofon. Eine ihrer Protagonistinnen ist Angel Haze. Auch sie singt von bitches und dicks und wackelt mit dem, was sie hat. Aber die New Yorkerin fügt dem Genre eine weibliche Perspektive hinzu, wie auch ihre Kolleginnen Azealia Banks und Iggy Azalea. Bekannter wurde sie mit einer Cover-Version von Eminems Cleaning Out My Closet. Für ihr 2013 erscheinendes Debütalbum arbeitet die 21-Jährige unter anderem mit Adeles Co-Autor Paul Epworth, Frank Ocean und Jason Mraz zusammen.



Laura Mvula

Die Stimme ist das erste Instrument des Menschen und für Laura Mvula das wichtigste. Ihr eigenwilliger R'n'B ist geprägt von Jazzgesang und A-Capella-Chören. Wir hören Nina Simone, The Real Group, Billie Holiday heraus. Seit der Veröffentlichung ihrer ersten EP im November ist die Aufregung um sie größer, als es der 26-Jährigen aus Birmingham lieb ist. Ihr Debütalbum Sing To The Moon soll am 4. März erscheinen. Produziert wird es unter anderem von Tom Elmhirst, der schon mit Adele und Amy Winehouse gearbeitet hat. Der Weg ist klar. Hoffentlich kann sie sich ihre Schrägheit bewahren.



Tom Odell

Nicht viele 22-Jährige können so viel Schmerz in ein einfaches Klavierlied legen wie Tom Odell aus Chichester. Das Video zu Sense ist ein fesselndes Beispiel davon, wie sehr gute Musik davon lebt, dass ein Künstler bereit ist, sein Inneres vor aller Augen zu offenbaren. In Another Love, das Odell bereits auf einer EP herausgebracht hat, geht es mit größerer Geste ebenso dramatisch zu. Wer Schönheit im Schlichten sucht, kann sich auf das Debütalbum freuen, das am 17. Juni erscheinen soll.