Die Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien (BPjM) hat ein Indizierungsverfahren gegen einen Song der umstrittenen Deutschrock-Band Frei.Wild eingestellt. Grund sei, dass die in einem Prüfauftrag des thüringischen Sozialministeriums genannten Internetseiten nicht mehr abrufbar seien, sagte die BPjM-Vorsitzende Elke Monssen-Engberding.

"Wenn keine Texte da sind, können wir auch nicht prüfen", sagte Monssen-Engberding. Inhaltlich habe man sich deshalb gar nicht mit dem umstrittenen Song befasst.

Anlass des Prüfauftrags der thüringischen Sozialministerin Heike Taubert (SPD) war die Anfrage des Journalisten Thomas Kuban, der den Musikern vorwirft, in ihren Texten Hass zu verbreiten und Gewalt zu verherrlichen . Kuban, der seit Jahren unter diesem Pseudonym aus der rechten Szene berichtet, hatte bundesweit Behörden wegen einer möglichen Jugendgefährdung durch die Band aus Brixen angefragt.

"Ein bisschen googeln"

Tauberts Sprecher Uwe Büchner bestätigte, dass ein in dem Prüfauftrag genanntes Frei.Wild-Video bei Youtube und ein Songtext auf der Homepage der Südtiroler Band zwischenzeitlich vom Netz genommen wurden. In beiden Fällen habe es sich um denselben Song gehandelt. Taubert hatte mit dem Prüfauftrag als Beleg zwei Links zum Frei.Wild-Song bei der Bonner Prüfstelle mit einreichen lassen.

Kuban kritisierte die Einstellung des Verfahrens. "Wenn die Bundesprüfstelle ein bisschen googeln würde, könnte sie Medien mit dem fraglichen Lied problemlos finden und entsprechende Prüfverfahren realisieren", sagte er. Die Arbeitspraxis sei "an Absurdität kaum mehr zu überbieten".

Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger, der sich zu seiner Skinhead-Vergangenheit bekennt und diese heute als Fehler bezeichnet, hatte die von Kuban erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. "Alle Tonträger wurden ja schon von Gutachtern überprüft und als bedenkenlos eingestuft", sagte er. Den umstrittenen Song bezeichnete Burger zudem als "Dreckslied, mit dem wir uns überhaupt nicht mehr identifizieren wollen".