Er spielte mit fast allen Größen des modernen Jazz und galt auf seinem Instrument als stilprägender Musiker: Nun ist der Jazz-Gitarrist Jim Hall in New York gestorben. Er wurde 83 Jahre alt. Hall sei am Dienstag (Ortszeit) nach kurzer Krankheit im Schlaf verstorben, teilte seine Frau Jane mit.

Hall erlangte vor allem für seine Aufnahmen mit Jazzgrößen wie den Saxofonisten Sonny Rollins und Paul Desmond sowie dem Pianisten Bill Evans und Jimmy Giuffre und dem Bassisten Ron Carter Bekanntheit. 

Nach seinem Studium am Cleveland Institute for Music ließ sich der in Buffalo (New York) geborene Jazz-Musiker Mitte der 50er Jahre an der Westküste nieder, wo er als Mitglied des Chico Hamilton-Quintetts bekannt wurde. In Los Angeles studierte Hall außerdem klassische Gitarre. Er trat mit Ella Fitzgerald, Bill Evans und Paul Desmond auf.

Am liebsten aber spielte der Gitarrist in kleinen Formationen, seit den 1960er Jahren hatte er ein eigenes Trio. 2004 wurde ihm als erster Modern-Jazz-Gitarrist der Kulturpreis der staatlichen Stiftung National Endowment for the Arts zuerkannt. 

Noch im November stand er auf der Bühne

Kritiker schätzten vor allem Halls sensibles, lyrisches und zugleich technisch ausgereiftes Spiel, das jüngere Gitarrenvirtuosen wie Pat Metheny und Bill Frisell stark beeinflusste. "Jim war einer der wichtigsten improvisierenden Gitarristen in der Jazzgeschichte", würdigte ihn Metheny.

Bis kurz vor seinem Tod hatte Hall Konzerte gegeben. Erst im vergangenen Monat spielte sein Trio im New Yorker Lincoln Center. Für Januar hatte er eine Duo-Tour in Japan mit dem Bassisten Ron Carter geplant.