Musik ist Politik. Nirgendwo gilt das so sehr wie in Südafrika. Wenn einer der wichtigsten Jazzmusiker des Landes ein Lied schreibt auf den wichtigsten politischen Gefangenen, dann ist das eine Demonstration. 1987 veröffentlichte Hugh Masekela Bring Him Back Home. Da lebte Nelson Mandela schon seit Jahrzehnten in den Gefängnissen der Apartheidsregierung. Und den Jazz-Pionier hatte dasselbe Regime ins Exil vertrieben.

Der Freiheitskampf der schwarzen Südafrikaner war aber nicht nur einer der Männer. Musikerinnen wie Miriam Makeba oder Brenda Fassie traten ein für die Rechte der Unterdrückten.

Auch lange nach seiner Haft und der Präsidentschaft inspirierte Nelson Mandela Musiker, darunter die Sängerin Nomfusi und die Gruppe The Lucky Charms, die 2009 diesen Song veröffentlichten. Nomfusi wird in der Verfilmung der Mandela-Biografie The long walk to freedom Miriam Mekaba spielen.

Zu den bekanntesten Liedern für Mandela aber gehört Free Nelson Mandela von The Specials, einer britischen Ska-Band, die sich in vielen Songs gegen Rassismus wandte. 

Das Lied wurde viele Male gecovert, auch von Amy Winehouse.

Und dann sind da noch die vielen Lieder, die Mandelas Namen nicht im Text tragen, die alle Hörer aber unmittelbar mit ihrem "Madiba" verbinden, die ohne die Erinnerung an Mandela heute nicht mehr gehört werden können. Zum Beispiel Talking 'bout a Revoloution. Tracy Champman sang ihr wohl bekanntestes Lied  während eines Solidaritätskonzerts für Mandela 1988, da wurde er gerade 70 Jahre alt. Und saß immer noch in Haft.

Im April 1990, zwei Monate, nachdem Mandela schließlich aus dem Gefängnis entlassen worden war, hielt er eine Rede im Londoner Wembley-Stadion, in dem er die Menschen weiter zum Kampf gegen die Apartheid aufrief. An diesem Abend spielten viele bekannte Musiker, darunter Lou Reed, Natalie Cole und die Simple Minds.

Doch Musik war Mandela nicht nur Politik, sondern auch Ausdruck von Lebensfreude und Gemeinschaft. Also tanzte der Präsident mit Jonny Clegg zu Asimbonanga.

Ein Lied aber ist es, in dem sich der Stolz aller Südafrikaner auf die erkämpfte Freiheit am deutlichsten ausdrückt: Nkosi Sikelel’ iAfrika. "Gott segne Afrika" war ursprünglich ein Kirchenlied und wurde dann zur Hymne des African National Congress und zum Anti-Apartheid-Lied. Nach dem Ende der Apartheid wurde das Lied als zweite Nationalhymne neben Die Stem van Suid-Afrika anerkannt, bis Südafrika 1996 eine neue Hymne bekam, die aus beiden zusammengesetzt ist.